Ober-Grafendorf

Update am 18. Oktober 2016, 11:04

Tempo 30 für weniger Lärm. Experte Hermann Knoflacher stellten Ergebnisse aus Untersuchung vor.

Ideen für Maßnahmen und die Ergebnisse der Verkehrszählung präsentierten Gerhard Rennhofer, Johannes Kraus, Hermann Knoflacher und Harald Frey. Dabei waren auch Ewald Rammel, Thomas Zeilinger, Rainer Handlfinger und Ursula Brosen-Mimmler.   |  Nadja Straubinger

400 Umfrageblätter aus der Verkehrsbefragung kamen von den Ober-Grafendorfern zurück. Jetzt präsentiert Verkehrsexperte Hermann Knoflacher die Ergebnisse.
„20 Prozent der Haushalte und Personen haben mitgemacht“, zeigt sich Knoflacher erfreut. Den größten Anteil daran haben Zwei-Personen-Haushalte. Die am stärksten vertretene Altersgruppe waren die 40- bis 60-Jährigen. Als durchschnittliche Entfernung zur nächsten Haltestelle wurden 416 Meter angegeben.

"Bei 90 Prozent der Fahrten transportiert man sich nur selbt"

Im Gegensatz dazu stehen die geparkten Autos in nur rund 35 Meter Entfernung. „Daraus ergibt sich auch die hohe Prozentanteil an Autofahrten, 54 Prozent nutzen das Auto. Wir vermeiden jeden zusätzlichen Aufwand“, sagt Knoflacher. Ober-Grafendorf sei ein auto-orientierte Umgebung, die das Verhalten der Bürger erzeugen. Bei der Umfrage wurde angegeben, dass das Auto aus Transportgründen verwendet wird. „Allerdings hat sich gezeigt, dass bei 90 Prozent der Fahrten nur man selbst transportiert wird“, so der Verkehrsexperte.

Verkehrszählungen fanden bei der Brücke bei der Ortseinfahrt, bei der Schulstraße, der Mariazellerstraße und der Mankerstraße statt. Die Zählautomaten waren von 5.30 Uhr bis 19.30 Uhr aktiv. „Der Schwerverkehr wurde in der Umfrage sehr beklagt. Dieser ist anteilsmäßig mit maximal sechs Prozent aber sehr schwach“, betont Knoflacher.

"Anrainer bekommen mehr Lebensqualität"

Für die Wirtschaft seien an die vier Prozent nötig und gerade in der Umgebung seien einige Betriebe, die viel Schwerverkehr erzeugen. Als Maßnahme gegen die Lärmbelästigung durch die Lkws schlägt Knoflacher flächendeckend eine Geschwindigkeitsbeschränkung von 30 Stundenkilometer vor. „Der Durchzugsverkehr braucht dann statt 40 Sekunden eine Minute, aber die Anrainer bekommen mehr Lebensqualität“, erklärt Knoflacher. Die Beschränkung bringe weniger Lärm, weniger Schadstoffe, aber mehr Kaufkraft im Ort.

Derzeit gibt es schon den 30er in den Siedlungsgebieten. „Dass er auch auf der Bundesstraße kommen sollen, werden wir sicher diskutieren. Die Frage ist dann, wie er exekutiert wird“, so Handlfinger. Dem stimmen auch die anwesenden Bürger zu. „Denn jede zusätzliche Verkehrstafel ist nur dann sinnvoll, wenn die Einhaltung dann auch kontrolliert wird“, sind sie überzeugt. Vorgeschlagen wird auch, sich den kombinierten Rad- und Fußweg in der Hauptstraße anzusehen. Denn dort komme es immer wieder zu gefährlichen Situationen.

Ideen für die Gestaltung des Ortszentrums

Neben der Verkehrentwicklung gab es auch erste Ideen für die Zentrumsentwicklung. So müssen bevor neue Flächen erschlossen werden erst die Flächen im Zentrum zuerst genutzt und gestärkt werden.

Landschaftsarchitekt Gerhard Rennhofer: „Die Größe des Hauptplatzes ist für eine Gemeinde dieser Größe in Ordnung. Allerdings wird sich die Nutzung ändern müssen. Er hat derzeit keine wirkliche Funktion.“ Weiteres Entwicklungspotenzial hätten auch Kirchenplatz und Sparkassenplatz.

Umfrage beendet

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