Erstellt am 30. Mai 2016, 14:43

von Claudia Stöcklöcker

Pärchen brach in altes Wilhelmsburger Gasthaus ein. Nach der Festnahme kehrte Einbrecher an den Tatort zurück, um die Beute abzuholen.

 |  NOEN, Erwin Wodicka

Beim Geocaching im Dezember vergangenen Jahres entdeckten ein 53-Jähriger und eine 29-Jährige aus dem Bezirk St. Pölten ein verlassenes Gasthaus in Wilhelmsburg und stiegen dort ein. Nun sitzt das Duo wegen Einbruchsdiebstahls vorm Richter.

Zu dem Vorwurf sind die Angeklagten nicht geständig. „Ich habe mit einem Schraubenzieher ein Fenster aufgebrochen, wir sind hinein und haben geschaut, ob wir ein Bett finden. Da war aber keines, so haben wir am Fußboden geschlafen. Wir wollten dort nur übernachten, weil zuhause die Heizung kaputt war. Geweckt hat uns die Polizei“, erzählt der 53-Jährige.

Die Diebesbeute, ein Schachspiel und Pferdezaumzeug, hatte der 53-Jährige da schon zum Abtransport in seinen Rucksack gepackt und samt einem Gemälde bei der Eingangstür deponiert.

„Dass Sie dort nur übernachten
wollten, das ist völlig unglaubwürdig"

Nachdem die Exekutivbeamten das Paar zur Einvernahme mit auf die Polizeistation genommen hatten, kehrte der Angeklagte danach prompt zum Wirtshaus zurück, um die Beute abzuholen.

„Sehr dreist“, kontert der Richter ob dieser Aktion. Und meint: „Dass Sie dort nur übernachten wollten, das ist völlig unglaubwürdig. In dem verfallenen Gasthaus war es sicher nicht wärmer als bei Ihnen daheim.“

Für den beschäftigungslosen 53-Jährigen setzt es 200 Euro Geldstrafe. Zahlt er nicht, muss er 20 Tage absitzen. Die 29-Jährige fasst vier Monate bedingt aus. Nicht rechtskräftig.