Erstellt am 23. September 2015, 06:57

von Gerhard Hackner und Nadja Straubinger

Paten werden gesucht. Flüchtlinge / Fast 200 Besucher kamen zum Infoabend zum Thema Asyl in der Kirchberghalle. Neue Plattform „Willkommen Mensch“ gegründet. KIRCHBERG /  Das Thema Flüchtlinge brennt derzeit vielen unter den Nägeln.

Der Kommandant des Roten Kreuzes Johann Pechatschek, Bürgermeister Anton Gonaus, Sozialarbeiterin Birgit Koller, Moderator Richard Simmer und Pfarrer August Blazic informierten die interessierten Besucher umfassend über die Asylproblematik.  |  NOEN, Foto: Hackner

|Das Thema Flüchtlinge brennt derzeit vielen unter den Nägeln. In Kirchberg wurde es bei einem Infoabend thematisiert. Fast 200 Besucher hatten sich dafür versammelt.
Bürgermeister Anton Gonaus freut sich über das Interesse und betont: „Wir sollten tun, was wir hier vor Ort tun können. Wenn jede Gemeinde ein Prozent seiner Bevölkerungszahl an Asylwerbern aufnimmt, dann wäre das Problem der Verteilung vorerst gelöst.“ In absehbarer Zeit werden 15 bis 20 Asylwerber in Kirchberg untergebracht werden.

„Wir versuchen eine Grundausstattung zur
Verfügung zu stellen.“
Sonja König, Willkommen Mensch

Als bekannt wurde, dass Flüchtlinge nach Kirchberg kommen, gründete sich auch die neue Plattform „Willkommen Mensch“. Ehrenamtlich dabei ist Sonja König, sie ist eine von rund zehn: „Wir versuchen eine Grundausstattung zur Verfügung zu stellen, wollen bei Amtsgängen unterstützen und die Leute in die Gemeinschaft integrieren.“ Bei der Infoveranstaltung meldeten sich aber wieder einige interessierte Personen. König betreut bereits seit acht Monaten Flüchtlinge in Frankenfels und konnte dadurch schon einige Erfahrung sammeln. „Ich horte etwa schon Kinderwägen bei mir“, schmunzelt König.

Unterstützung für Asylwerber benötigt auch das Rote Kreuz Kirchberg. Kommandant Johann Pechatschek: „Wir suchen Bürger, die für die Asylwerber Patenschaften übernehmen, Erledigungen mit ihnen machen und mithelfen, dass sie sich bei uns zurechtfinden. Vor allem müssen wir helfen, dass sie ihre Würde wahren können.“

ZITIERT

„Ich würde mir eine Bürgerbefragung wünschen. Ich bin dafür, dass echten Kriegsflüchtlingen nach der Genfer Konvention Schutz gewährt wird. Ich spreche mich aber gegen die Aufnahme von Wirtschaftsflüchtlingen aus“. 
Willi Weinmeier, FP-Geschäftsführender Gemeinderat

„Wir können in Kirchberg nicht klären, wer ein Kriegsflüchtling ist oder nicht. Wir können aber Hilfe gewähren, für Menschen, die durch den Krieg vertrieben worden.“
Hubert Pfeiffer

„Mir liegen vor allem die Kinder am Herzen. Sie sind die Ärmsten der Armen. Haben wir ein offenes Herz und eine offene Hand für sie“.
Sonja König