Erstellt am 08. Dezember 2015, 05:03

von Lisa-Maria Seidl

Projekt mit Löwenherz. Das St. Margarethener Projekt „Interkulturelles Mentoring für Schulen“ wurde vom Verein Pro NÖ mit dem Löwenherz-Preis für soziales Engagement ausgezeichnet.

Susanne Binder und Lena Weiderbauer mit Landeshauptmann-Stellvertreterin Karin Renner und Bürgermeister Matthias Stadler sowie den Sponsorvertretern GVVNÖ-Präsident Landtagsabgeordneter Rupert Dworak und Geschäftsführer der Firma KABA Thilo Deutsch. SPNÖ  |  NOEN, Herbert Kaefer

Der Löwenherz-Preis ist ein eine Auszeichnung für sozial engagierte Menschen aus Niederösterreich. Der 3. Platz in der Kategorie Nachhaltigkeit ging heuer an das „Interkulturelle Mentoring für Schulen“ unter der Leitung von Susanne Binder, die das Projekt 2010 ins Leben gerufen hat.

"Mentoren haben oft ähnliche Erfahrungen gemacht"

Schüler mit Migrationshintergrund profitieren dabei von der Begleitung durch Mentoren mit ähnlichem sprachlich-kulturellen Hintergrund.

„Die Mentoren lernen mit den Schülern - auch der eigenen Muttersprache -, nehmen sich Zeit und versuchen, eine Beziehung aufzubauen, vor allem auch zu jenen Kindern, die schwierigere Bedingungen vorfinden, weil sie noch nicht so gut Deutsch können oder von daheim nicht die Unterstützung erhalten“, erklärt Binder und betont: „Unsere Mentoren sind Studenten mit Migrationshintergrund und haben oft ähnliche Erfahrungen gemacht wie die Schüler. Sie haben eine Vorbildwirkung und vermitteln den Wert von Bildung und Mehrsprachigkeit.“

Vier Schulen in St. Pölten und zehn Schulen in Wien beteiligen sich an dem Projekt. 30 Mentoren sind derzeit im Klassenverband, in Kleingruppen oder in der Einzelbetreuung im Einsatz. „Wir richten uns dabei individuell und flexibel nach den Bedürfnissen der Schulen“, meint Binder. Und auch die Schüler finden das Projekt ‚cool‘. „Durch die Zuverlässigkeit der Mentoren fühlen sie sich ernst genommen und wertgeschätzt“, so Binder. Das stärke das Selbstbewusstsein.

Susanne Binder engagiert sich außerdem in der Flüchtlings- und Integrationsarbeit in der Gemeinde St. Margarethen. Seit März 2015 wohnt die fünfköpfige Familie Alkawaka aus Syrien im Ort, die sie mitbetreut.