Erstellt am 17. August 2016, 05:51

von Nadja Straubinger

"Bruno" vom Nachbarshund getötet: Streit geht weiter. Pitbull tötete frei laufenden Shitzu-Rüden des Nachbarn. Weidmann wollte helfen. Der Griff zur Waffe könnte ihn nun die Jagdkarte kosten.

"Bruno" wurde vom Nachbarshund getötet  |  zVg

„Wir können es noch immer nicht fassen. Meine Tochter ist unsagbar traurig“, sagt Christoph Stöckl. Familienhund Bruno, ein acht Jahre alter Shitzu-Rüde, wurde vor einigen Tagen vom Nachbarhund zu Tode gebissen. Der Vorfall sorgt weiter für Streit, nicht nur bei den Hundebesitzern.

Der Pitbull war vorübergehend bei der Großmutter des Besitzers untergebracht. „Gerade, als wir vom Urlaub zurückkehrten und Bruno meine fünfeinhalbjährige Tochter und mich freudig begrüßen wollte, zerbiss der Kampfhund den Maschendrahtzaun und rutschte darunter durch. Er stürzte sich auf Bruno, biss zu. Ich brachte meine Tochter schleunigst zurück ins Auto. Der Hund ließ nicht mehr los, bis unser Bruno tot war“, schildert Stöckl.

Schon die Tage zuvor habe der Pitbull immer wieder gebellt, wenn er den kleinen Hund sah. Das Angebot, die beiden Hund spielen zu lassen habe er abgelehnt, so Stöckl.

„Er stürzte sich auf Bruno und biss zu. Ich brachte meine Tochter schleunigst zurück ins Auto. Der Hund ließ nicht mehr los, bis unser Bruno tot war.“

Christoph Stöckl

Die Betreuer des Pitbulls bedauern den Vorfall zwar, die Situation sehen sie aber komplett anders. Der Shitzu-Rüde habe immer herübergebellt. „Als unser letzter Hund, ein Stafford, noch lebte, ist er auch zu uns herübergekommen und hat sogar aus dem Napf unseres Hundes gefressen“, berichten die Rabensteiner. Weil sich allerdings Bruno und der Pitbull nie verstanden haben, hätten sie sogar einen Sichtschutz am gemeinsamen Teil des Zauns angebracht.

Vor dem Vorfall habe sich der Pitbull jedenfalls im Garten aufgehalten. Wie es zur Attacke kam, habe den beiden „Hundesittern“ die Enkelin geschildert, die ihn beobachtet hat. „Bruno soll außerhalb seines Gartens zum Zaun gekommen sein und wieder gebellt haben. Unser Hund hat dann zugebissen und ist unter dem Zaun durchgerutscht“, erzählen die beiden.

Anzeige gegen benachbarten Jäger

Folgen haben könnte der Vorfall aber für jemand ganz anderen: Der benachbarte Jäger Karl Enne hatte das Horrorszenario mitbekommen und wollte „dem kleinen Hund zur Hilfe eilen. Aus Sicherheitsgründen, um nicht selbst gebissen zu werden und zu verhindern, dass jemand anderer zu Schaden kommt, nahm ich das Gewehr mit. Das Magazin hatte ich aber getrennt eingesteckt“, sagt Enne.

Die Aufpasser des Pitbulls haben deshalb Anzeige gegen ihn erstattet – der Entzug der Jagdkarte droht. „Herr Enne darf das Gewehr im Siedlungsgebiet nicht herausnehmen. Er hat auf unseren Hund angelegt, wir wussten natürlich nicht, ob das Gewehr geladen war“, erklären die Pitbull- Aufpasser die Reaktion. Sein einziges Ziel sei es gewesen, Bruno zu helfen. „Doch leider war er bereits tot“, rechtfertigt sich Enne. Bezirkspolizeikommandant Gerhard Pichler bestätigt die Anzeige: „Es obliegt nun der Behörde, ob es waffenrechtliche Konsequenzen für den Jäger gibt.“

Für die Hundehaltung zuständig ist generell die Gemeinde. Bürgermeister Kurt Wittmann erklärt aber: „Der Hund ist nicht bei uns gemeldet, deswegen haben wir keine Handhabe.“ Außerdem müsse man festhalten, dass der getötete Hund nicht angeleint war.