Erstellt am 03. November 2015, 05:02

von Nadja Straubinger

Rubner baut Film-Studios. Neue Projekte / Holzbau-Unternehmen hat zwei prestigeträchtige Projekte für kommendes Jahr an Land gezogen. Aktuell wird ein Angebot für einen Flughafen auf den Philippinen erstellt.

Eines von zwei Großprojekten der Firma Rubner Holzbau ist ein Leichtathletik-Stadion in Miramas in der Nähe von Marseille.  |  NOEN, Rubner Holzbau

Große Erfolge feiert das Ober-Grafendorfer Holzbau-Unternehmen Rubner derzeit vor allem im Ausland. „Das Jahr hat gut begonnen und es ging so weiter. Wir konnten einige Großaufträge akquirieren“, berichtet Geschäftsführer Helmut Hödl. Seit Mitte des Jahres laufe das Unternehmen auf 150 Prozent. Um den zusätzlichen Aufwand bewältigen zu können, mussten zu den 250 Mitarbeitern noch 40 über Leasingfirmen beschäftigt werden. „Wir haben derzeit Rekordbeschäftigung“, so Hödl, denn „schon jetzt sind wir den ganzen Winter hindurch bis Ende März, ausgelastet“.

Top-Projekte an "Land gezogen"

Zwei besondere Projekte hat Rubner Holzbau akquiriert, ein Stadion in Miramas sowie neue Hallen für die Pinewood Studios in der Nähe von London. In Miramas in der Nähe von Marseille baut das Unternehmen ein Leichtathletik-Stadion. Die Arena in der bis zu 7.500 Besucher Platz finden werden, wird mit 80 Meter freitragenden Fachwerksträgern überspannt.

„Das Projekt soll im ersten Halbjahr 2016 realisiert werden“, erklärt Hödl. Es werden 1.150 Kubikmeter Brettschichtholz und 180 Tonnen Stahlteile verarbeitet. „Es ist in Bezug auf die Statik, planerisch und logistisch eine Herausforderung“, so der Geschäftsführer. Die Auslandsbaustellen seien logistisch eine große Herausforderung, weil die fertigen Teile angeliefert werden.

Das zweite prestigeträchtige Projekt sind Hallen für die Pinewood Studios in London. Hier sei die Herausforderung, dass die Gesamtkonstruktion hohen akustischen Anforderungen gerecht werden muss, besonders in tiefen Schallbereichen.

x  |  NOEN, Rubner Holzbau

In Großbritannien hat Rubner eine Kooperation mit einem großen Generalunternehmer, in Frankreich und Deutschland eigene Tochterunternehmen. Vierter Hauptmarkt ist Österreich. „Der heimische ist der schlechteste Markt. Es ist besorgniserregend, es gibt keine Projekte“, berichtet Hödl. Immer mehr Umsatz werde im Ausland gemacht, mittlerweile fast 50 Prozent. Nicht zuletzt wegen der guten Auftragslage sei der Standort im Pielachtal gesichert.

x  |  NOEN, Straubinger

„Es wird hier immer mehr zum Produktionsstandort. Das Know-how, das wir hier haben, ist nicht so einfach zu duplizieren“, bekräftigt Geschäftsführer Partner Christian Oppitz. Und auch das wirtschaftliche Ergebnis gibt dem Rubner-Kurs recht. „Wir haben ein wirtschaftliches Ergebnis, wie vor Beginn der Krise“, so die Geschäftsführer. Dafür sei es wichtig, rasch auf Veränderungen am Markt reagieren zu können.

Philippinen-Flughafen als nächstes Ziel

Die bisher größten Projekte des Unternehmens wurden im Vorjahr abgeschlossen, die Gebäudehülle der Uni Berlin sowie Skylink, Winterdiensthallen und Air Cargo Center am Flughafen Wien. Derzeit steht Rubner aber für ein noch größeres Projekt in den Startlöchern. „Wir haben uns qualifiziert und dürfen ein Angebot für einen neuen Flughafen auf den Philippinen erstellen“, freut sich Oppitz. Würde Rubner den Zuschlag erhalten, wäre es das größte Projekt in der Geschichte des Unternehmens.