Erstellt am 01. März 2016, 04:39

von Birgit Kindler

Viele Wege mit PKW. Die St. Pöltner sind im Vergleich nicht gerne umweltfreundlich unterwegs.

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Die St. Pöltner legen nur 44 Prozent ihrer Alltagswege umweltfreundlich zurück, 16 Prozent davon zu Fuß, elf Prozent mit dem Rad und 17 Prozent mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Das ergibt eine Studie des Verkehrsclub Österreich (VCÖ).

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„Die St. Pöltner sind zwar umweltfreundlicher mobil als der Landesschnitt mit 36 Prozent, aber der Anteil kann noch deutlich erhöht werden“, so VCÖ-Sprecher Christian Gratzer. Im Vergleich zu anderen Landeshauptstädten gehört St. Pölten, gemeinsam mit Eisenstadt und Klagenfurt zu den Schlusslichtern. Anders hingegen sieht es in Bregenz aus, dort werden 60 Prozent der Alltagswege umweltfreundlich zurückgelegt, in Innsbruck sind es sogar 70 Prozent.

Alltagsziele sollen gut erreichbar sein

Das Mobilitätsverhalten hängt, laut Gratzer, unter anderem von der Erreichbarkeit der Alltagsziele ab. „Zersiedelung und Einkaufszentrem am Stadtrand machen vom Auto abhängig, entsprechend mehr Strecken werden mit dem Auto gefahren“, analysiert Gratzer. Auch eine fußgängerfreundliche Verkehrsplanung und gute Bedingungen zum Radfahren würden dazu führen, dass viele Strecken nicht mit dem Pkw zurückgelegt werden. Wichtig sei aber auch ein gutes öffentliches Verkehrsangebot.

Für Gregor Gradnitzer von der Stadtplanung liegt der relativ hohe motorisierte Individualverkehr in St. Pölten in erster Linie nicht an mangelnder Öffi-Versorgung im Gemeindegebiet, sondern in der starken Pkw-Nutzung auf kurzen Strecken, „die leicht mit dem Fahrrad oder zu Fuß zurückzulegen wären“. Hauptanliegen der Stadt sei es deshalb in erster Linie im Generalverkehrskonzept den Fußgänger- sowie den Radverkehr zu steigern. Dafür sollen aus innerstädtischen Straßenzügen Lebensraumachsen entstehen.

Gradnitzer betont aber auch, dass die Landeshauptstädte nur bedingt miteinander vergleichbar sind, „da sie grundlegend voneinander abweichende Siedlungsstrukturen hinsichtlich Dichte und räumlicher Distanz zwischen den Siedlungskernen sowie zugehörigen Katastralgemeinden aufweisen.“

Weniger Pkw in Landeshauptstadt

Ein positiver Trend der VCÖ-Studie ist aber auch in St. Pölten zu erkennen – der Rückgang des Pkw-Motorisierungsgrades. Waren es 2013 in der Landeshauptstadt beispielsweise noch 569 Pkw pro 1.000 Einwohner, ist die Anzahl 2015 auf 564 zurückgegangen. „In der Stadt verliert das Auto an Bedeutung“, erklärt dazu VCÖ-Sprecher Gratzer. Der Pkw sei kein Statussymbol mehr. In der Stadt sei die Verkehrsmittelauswahl größer und immer mehr Menschen seien deshalb häufiger mit öffentlichen Verkehrsmittel, Rad oder zu Fuß unterwegs.

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Ebenfalls positiv bewertet werden in der Studie die Bahnpendler der Traisen-Metropole. „Der Raum St. Pölten ist der einzige Korridor, wo der Bahnpendleranteil nach Wien gestiegen ist“, informiert Gratzer. Von 2009 bis 2014 stieg der Anteil der Bahnpendler von 32 auf 42 Prozent. „Ein gutes Beispiel, wie durch ein verbessertes Angebot das Mobilitätsverhalten positiv beeinflusst werden kann“, meint Gratzer.