Erstellt am 28. Oktober 2015, 05:32

von Nadja Straubinger

Würdigungspreis für Frankenfelser. Ernst Langthaler nahm die "schöne Anerkennung" als Leiter des Instituts für Geschichte im ländlichen Raum entgegen.

Landeshauptmann Erwin Pröll verlieh Ernst Langthaler den Wissenschaftspreis für das Institut für Geschichte im ländlichen Raum.  |  NOEN, Klaus Ranger

"Die Wissenschaftsgala hat eine Symbolkraft, nämlich Wissenschaftler vor den Vorhang zu bitten“, so Landeshauptmann Erwin Pröll im Schloss Grafenegg.

Einer der beiden Würdigungspreise ging an das Institut für Geschichte im ländlichen Raum. Leiter Ernst Langthaler aus Frankenfels nahm den Preis entgegen. Diese Auszeichnung war neben der Evaluierung anlässlich des 10-jährigen Bestehens der größte Erfolg des Instituts. Und heuer hat Langthaler eines der begehrten Fellowships am Rachel Carson Center for Environment and Society in München bekommen, das er im kommenden Jahr absolvieren wird.

NÖN: Was bedeutet Ihnen als Leiter des Instituts dieser Preis?
Ernst Langthaler: Der Wissenschaftspreis des Landes Niederösterreich ist eine schöne Anerkennung der Pionierarbeit unseres Instituts zur Stärkung des Wissenschaftsstandorts St. Pölten in der internationalen Forschungslandschaft. Darüber hinaus bietet er eine wunderbare Gelegenheit, unsere Arbeit einer größeren Öffentlichkeit zu vermitteln.

Pielachtal als Beispielregion für das Voralpengebiet 

Ist in ihren Forschungen auch das Pielachtal Thema?
Bereits vor mehr als zehn Jahren habe ich in einem Handbuch zur Agrargeschichte Österreichs im 20. Jahrhundert das Pielachtal als Beispielregion für das Voralpengebiet dargestellt. Danach habe ich für ein Buch zur ländlichen Zwangsarbeit im Zweiten Weltkrieg auch das Pielachtal behandelt. Schließlich ist in meiner Habilitationsschrift zur Landwirtschaft im Nationalsozialismus, die noch heuer unter dem Titel „Schlachtfelder“ als Buch erscheinen wird, das Pielachtal eine von mehreren Untersuchungsregionen. Somit zählt das Pielachtal auf dem Gebiet der Agrargeschichte sicher zu den am besten erforschten Regionen Österreichs.

Welche Forschungsprojekte laufen derzeit?
Die Forscher am Institut beschäftigen sich derzeit mit einem breiten Themenspektrum: der Nahrungskrise Österreich-Ungarns im Ersten Weltkrieg, der tschechischen Zuwanderung nach Niederösterreich im 19. und 20. Jahrhundert, der Globalisierung des Agrar- und Ernährungssystems am Beispiel der Sojabohne und mit den Pionieren der österreichischen Umweltbewegung in den 1970er und 1980er Jahren.