Erstellt am 01. Juni 2016, 04:05

von Claudia Stöcklöcker

22-Jähriger sperrte seine Ehefrau ein. Wegen Stress mit Kleinkind lagen die Nerven blank. 22-Jähriger sitzt nun vorm Richter.

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„Stressig war es mit einem kleinen Kind. Da haben wir uns in die Haare bekommen“, erzählt ein 22-Jähriger aus der Region Purkersdorf vor dem Richter. Weil ein Streit mit seiner Frau eskalierte, sitzt der junge Mann nun wegen Körperverletzung und Freiheitsentziehung am Landesgericht St. Pölten auf der Anklagebank.

Dass der Angeklagte seine Frau verletzt hat, gibt er im Prozess zu. „Ich habe sie an den Armen gepackt und umklammert, weil sie geschrien hat. Wir waren beide sehr impulsiv. Am nächsten Tag hatte sie blaue Flecken“, erzählt er.

Frau schweigt über den Vorfall

Nach dem Disput sperrte der 22-Jährige seine Frau in der Wohnung ein. „Ich war böse, bin wütend weggefahren. Und dann habe ich ihr ein Geschenk gekauft“, erklärt er dazu.

Zu dem Vorfall möchte seine Ehefrau im Prozess nichts sagen. Sie macht vom Entschlagungsrecht Gebrauch und schweigt.

Zeugin hörte Hilferufe und alarmierte Polizei

Eine Zeugin erzählt: „Ich war gerade Holz zum Heizen holen. Da hat das Opfer um Hilfe gerufen, weil es eingesperrt war. Ich habe die Polizei verständigt. Die ist sofort gekommen.“ Für den 22-Jährigen setzt es wegen Körperverletzung und Nötigung fünf Monate bedingt (nicht rechtskräftig).

„Freiheitsentziehung war das nicht“, begründet der Richter. Zu kurz wäre der Zeitraum gewesen, indem das Opfer die Wohnung nicht verlassen habe können, sagt er. Und weiters: „Es ist auch ein Unterschied, ob man nur ein paar Minuten in einer Wohnung oder in einem Keller eingesperrt ist.“