Mauerbach

Erstellt am 06. September 2017, 05:28

von Martin Gruber-Dorninger und Lisa-Maria Seidl

Aus für „Bus-Lebensader“. Die Verbindung ins Steinbachtal musste gekappt werden. VOR: „Kein seriöses Busunternehmen würde Strecke fahren.“ Bürgermeister Buchner präsentiert Übergangslösung.

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Per Post wurden die Mauerbacher darüber informiert, dass die Busverbindung in das Steinbachtal eingestellt werden muss. Der Bus fuhr
bislang fünfmal täglich nach Hütteldorf und retour.

Große Aufregung in der Bevölkerung

Eine besorgte Bewohnerin des Steinbachtals wandte sich an die NÖN: „Mein Mann fährt oft mit diesem Bus in die Firma. Ich habe den Bus immer genutzt, um ins Theater oder Konzert zu gehen.“ Vor allem aber um die Schulkinder ist die Pensionistin besorgt, denn der Bus diente als Schulbus. So wie der Dame ergeht es vielen anderen Mauerbachern auch.

Die Aufregung nach der Ankündigung der Schließung der Linie war entsprechend groß. Grund für die Einstellung der Busstrecke seien gesetzliche Vorgaben, denn der Bus könne an der End-Haltestelle nicht im Kreis fahren, sondern müsse zurückschieben, was verboten ist.

"In der Sekunde, wo es wieder rechtlich möglich ist, werden wir auch wieder fahren.“ Georg Huemer vom VOR

Bei der Konzessionierung prüfen Sachverständige insbesondere nach Sicherheitskriterien, ob eine Strecke „freigegeben“ werden kann. „Wenn dies nicht gegeben ist, wird kein seriöses Busunternehmen die Strecke fahren, da die Konsequenzen etwa im Falle eines Unfalls nicht tragbar wären“, gibt Christina Bachmaier vom Verkehrsverbund Ost-Region (VOR) Auskunft. Im vorliegenden Fall sei vom Sachverständigen festgestellt worden, dass eine Bedienung der Strecke wie bisher sicherheitstechnisch nicht mehr vertretbar sei.

Bedienung der Strecke wie bisher sicherheitstechnisch nicht mehr vertretbar

Für die konkrete Ausgestaltung der Haltestelle sowie etwaige bauliche Maßnahmen ist die Gemeinde zuständig. „Die Planer vom VOR haben Bürgermeister Peter Buchner beratend zur Seite gestanden und mit ihm Optionen besprochen, wie die Anbindung ins Steinbachtal gesichert werden könnte“, so Bachmaier weiter. „Ohne Maßnahmen ist es uns nicht möglich, die Strecke bis zur Haltestelle ,Steinbach/ Lebereckstraße weiter zu führen“, erklärt auch VOR-Pressesprecher Georg Huemer.

Bürgermeister Peter Buchner meint, dass die Zeit zum Rea gieren für die Gemeinde nicht gereicht hätte.

„Ich kann dort ja keine Enteignungen durchführen, damit der Bus im Kreis fahren kann“, erklärt Buchner gegenüber der NÖN. Für ihn sei die Situation überhaupt nicht verständlich. „In jedem größeren Pkw gibt es heutzutage Heck kameras. Das sollte doch bei Bussen auch möglich sein. Dann würde es dieses Problem nicht geben“, sieht Buchner auch hier die Politik in der Verantwortung. „Derartige Gesetzte sollten nicht so einfach beschlossen werden, ohne solche Fälle wie jenen in Mauerbach zu berücksichtigen“, hofft Buchner auf eine Lösung.

„Mini-Bus“ als Übergangslösung

Buchner reagierte auch rasch mit einer kurzfristig anberaumten Bürgerversammlung bei der betroffenen Bushaltestelle und präsentierte dabei eine Übergangslösung. Die Marktgemeinde wird bis zum Ende des Jahres einen Sieben- bis Neunsitzer anmieten, der zu den Fahrzeiten des Busses zwischen der Station „Steinbach/Lebereckstraße“ und der Haltestelle Mauerbach/ Steinbachbrücke (Pizzeria Mia Bella) fahren wird.

Ob es danach wieder eine Busverbindung, wie bisher gewohnt, geben wird, ist noch offen. „In der Sekunde, wo es wieder rechtlich möglich ist, werden wir auch wieder fahren“, so Georg Huemer. Das bedeutet: Sobald die Gemeinde Mauerbach die Haltestellen neu genehmigen lässt und die positive Konzessionierung durch das zuständige Amt erfolgt ist, kann der VOR die Haltestellen wieder in die Fahrpläne aufnehmen.