Gablitz

Erstellt am 15. Juni 2017, 05:23

von Lucia Scarpatetti

Die Zukunft der Region. Fünf Gemeinden bilden den Verein „Wir Fünf im Wienerwald“. Wie die neuesten Pläne aussehen und warum Pressbaum nicht beitrat, erzählt Bürgermeister Cech.

Michael Cech hat den Vorsitz der neuen Kleinregion übernommen.  |  NOEN, privat

Purkersdorf, Gablitz, Mauerbach, Tullnerbach und Wolfsgraben bildeten kürzlich die Kleinregion „Wir Fünf im Wienerwald“. Bürgermeister Michael Cech, der den Vorsitz übernahm, erzählt der NÖN, was der Verein für die Gemeinden bedeutet und was sie gemeinsam vorhaben.

NÖN: Warum wurde der Verein gegründet?
Michael Cech: Die Vereinsgründung ist Voraussetzung für die Abwicklung der Arbeit und die Förderungen für die Kleinregion, alle Kleinregionen sind über solche „Trägervereine“ organisiert. Die konkrete Arbeit wird aber sehr unbürokatisch zwischen den Gemeinden und vor allem mit Einbeziehung von Bevölkerung und Vereinen in der Region passieren.

Sie übernahmen den Vorsitz der Kleinregion. Welche Aufgaben erwarten Sie und warum nahmen Sie das Amt an?
Wir haben vereinbart, dass der Vorsitz in der Kleinregion zwischen den fünf Gemeinden rotiert, das funktioniert auch im Musikschulverband sehr gut. Es steigert die Identifikation der Gemeinden mit der Kleinregion. Ich sehe mich damit als Bindeglied und einen der Motoren der Region, insbesondere bei der Abstimmung mit dem Regionsbetreuer, der uns zur Verfügung gestellt wird. Meine erste große Aufgabe ist es, die neue Kleinregion im Bewusstsein unserer Bevölkerung zu verankern.

Die Kleinregion soll Themen aufgreifen, die mehr als nur eine Gemeinde betreffen

Was ist eine Kleinregion? In welchen Bereichen und wodurch unterstützt ein solcher Verein die gemeinsame Arbeit zwischen Gemeinden?
Die Kleinregion soll Themen aufgreifen, die mehr als nur eine Gemeinde betreffen und wo wir gemeinsam einfach mehr erreichen können. Es gibt in Niederösterreich schon sehr erfolgreiche Beispiele, und von denen wollen wir lernen. Zum Beispiel, wie wir unsere Wirtschaft und Gastronomie besser vernetzen und bewerben können. Oder das Verkehrsthema, das uns alle betrifft. Als Kleinregion können wir für Projekte Förderungen erlangen, die für eine Einzelgemeinde nicht möglich sind. Das wollen und werden wir ganz aktiv nützen.

Warum trat Pressbaum nicht bei?
Pressbaum meint, dass für eine Kleinregion der Arbeitsaufwand zu groß sei und orientiert sich offenbar eher nach Eichraben. Wir fünf sehen das ganz anders. In der Kleinregion arbeiten wir an Themen, die ohnehin unter den Nägeln brennen, nur sind sie gemeinsam besser lösbar. Auch die Meinung, dass die Kleinregion zu teuer wäre, ist falsch. Denn es gibt keinen Mitgliedsbeitrag, wir bekommen sogar einen Betreuer vom Land kostenlos gestellt. Der Erfolg wird uns recht geben. Wir sind überzeugt: „Gemeinsam“ und nicht „Alleine“ führt der Weg zum Erfolg .

Wird Pressbaum voraussichtlich in Zukunft ein Teil der Kleinregion werden?
In absehbarer Zeit wohl nicht. Der Name „Wir Fünf im Wienerwald“ drückt aus, dass wir in den nächsten Jahren unsere gemeinsame Identität stärken wollen, das hat sich auch bei anderen, erfolgreichen Kleinregionen als der richtige Weg erwiesen.

Inwiefern wird es sich auf Pressbaum auswirken, nicht Teil von „Wir Fünf im Wienerwald“ zu sein? Werden trotzdem gemeinsame Projekte zwischen Mitgliedern des Vereins und Pressbaum entstehen?  
Wie immer gibt es Abstimmungen zwischen Nachbargemeinden, ich gehe davon aus dass sich Pressbaum dem auch in Zukunft nicht verschließen wird. Kleinregions-Projekte werden aber auf Wunsch von Pressbaum ohne Pressbaum umgesetzt .

Derzeit stellt der Verein ja gerade eine Strategieplan für die Zukunft zusammen. Worauf möchte der Verein vor allem setzen und welche Projekte sind geplant?
Als erstes wollen wir mit den Volksschulen der Region ein gemeinsames Logo erarbeiten. Thematisch haben wir uns als erstes die Punkte „Wirtschaft und Arbeitsmarkt“, „Technische Infrastruktur und Mobilität“ und „Freizeit und Naherholung“ vorgenommen. Mit Einbindung der bereits an diesen Themen Arbeitenden, wie Wirtschaftskammer, Tourismusverband und Gastronomiebetriebe, wollen wir konkrete Veranstaltungen und Maßnahmen planen. Wir wollen auch ganz konkret den Ausbau der Breitband-Infrastruktur vorantreiben. Für dieses Projekt ist die Kleinregion Voraussetzung und hilfreich.