Erstellt am 15. September 2015, 15:22

von Jacqueline Kacetl

Ein Hotel für Asylwerber. Bei einer Info-Veranstaltung stellte Bürgermeister Cech (ÖVP) Pläne vor, im Hotel Hohnecker rund 70 Asylwerber unterzubringen. Ein zusätzliches Quartier ist noch fraglich.

Großer Andrang bei der Informations- und Diskussionsveranstaltung zum Thema Flüchtlinge. Rund zweihundert Gäste kamen in das Gemeindeamt.  |  NOEN, Foto: Kacetl
Auf überwältigendes Interesse stieß die von der Gemeinde organisierte Informationsveranstaltung zum Thema Flüchtlinge. Nicht nur der Gemeinderatssitzungssaal, auch die auf dem Gang aufgestellten Sesselreihen waren bis auf den letzten Platz besetzt, viele Besucher mussten mit Stehplätzen vorlieb nehmen.
Gemeinsam mit Karl Pell von der niederösterreichischen Koordinationsstelle für Ausländerfragen und Birgit Koller von der Diakonie Österreich informierte Bürgermeister Michael Cech (ÖVP) über die weitere Aufnahme von Flüchtlingen in Gablitz.

Zusätzlich zum Bauhof, wo derzeit neun Syrer untergebracht sind, will die Gemeinde weitere Unterkunftsmöglichkeiten schaffen. Es sei geplant, im Hotel Hohnecker in der Wagnergasse „fünfzig bis maximal siebzig“ Asylwerber zu beherbergen. Cech: „Die Unterbringung soll menschenwürdig sein und die Integration in der Gemeinde ermöglichen. Daher sollten dort nicht hundert Menschen einquartiert werden.“

Diakonie wirbt für private Unterkünfte

Derzeit gebe es Gespräche zwischen Gemeinde, Land NÖ und den Hotelbesitzern. „Sie beabsichtigen, das Gebäude für diesen Zweck zu vermieten, wollen aber nicht als Betreiber auftreten“, so Cech.
Zu einem zweiten Flüchtlingsquartier, in dem zwanzig Asylwerber Platz finden könnten, wollte der Gemeindechef noch keine Details preisgeben: „Die Besitzer bitten um Vertraulichkeit.“ Eine Zusage vom Land sei noch ausständig. Bei der Umsetzung wolle man „verantwortungsvoll vorgehen und auch die Nachbarn voll einbinden“.

Birgit Koller, Leiterin der Diakonie Wohnberatung NÖ, stellte die Möglichkeit für Private vor, Asylwerber bei sich unterzubringen. Die Vermietung stelle nur ein Miet-, jedoch kein Betreuungsverhältnis dar, betonte Koller. Derzeit seien 900 Menschen in Niederösterreich in Privatwohnungen untergebracht.
Mit der Aufnahme von 75 Flüchtlingen habe Gablitz bereits die in einem neuen Verfassungsgesetz vorgesehene Quote von 1,5 Prozent (gemessen an der Wohnbevölkerung) für Gemeinden erfüllt, sagte Cech. In Gablitz ortete der Ortschef eine grundlegend „positive Stimmung“ zum Thema. Aktuelle Informationen sollen laufend auf der Gemeindehomepage veröffentlicht werden.

Zur Sache

 Infos über Privatunterkünfte bei Birgit Koller (Diakonie) unter 0664/88705945  der  wohnberatung.noe@diakonie.at .
 Anfragen an die Gemeinde an gemeinde@gablitz.gv.at .