Gablitz

Erstellt am 04. August 2016, 05:33

von Jacqueline Kacetl

Flüchtlingsunterkunft: Anrainer klagen über Rattenplage. Anwohner: Mussten Fallen aufstelle.“ Bürgermeister Cech: „Situation mittlerweile deutlich verbessert.“

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Nach Angaben der Gemeinde Gablitz leben rund 80 Asylwerber in Gablitz. Davon wurden 45 minderjährige Flüchtlinge zwischen 14 und 17 Jahren im Hotel Hohnecker untergebracht, die vom Verein „menschen.leben“ betreut werden.

Noch beim Tag der offenen Tür im April betonte Heimleiter Adnan Šehić, dass es – bis auf kleinere Schwierigkeiten mit dem Müll – kaum Probleme gebe. Jetzt regt sich allerdings Kritik seitens der Anrainer. „Der Müll wird nicht in den Containern entsorgt, sondern daneben abgestellt. Das lockt immer mehr Ratten an, die jetzt bei uns im Garten herumlaufen“, sagen Monika und Reinhold Auer, die direkt neben der Flüchtlingsunterkunft leben und arbeiten. Trotz regelmäßiger Information der Gemeinde und einer Koordinierungsstelle des Landes habe sich die Situation seit März nicht verbessert, ärgern sich die Anrainer. „Der Müll wurde nur hinter das Haus geräumt, damit man ihn von der Straße nicht sieht. Wir mussten auf eigene Faust Rattenfallen aufstellen.“

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Über ständige Lärmbelästigung klagt ein anderer Nachbar (Name der Redaktion bekannt) der anonym bleiben will: „Stundenlanges Geschrei war über mehrere Monate hinweg an der Tagesordnung. Ich musste fast täglich bei den Betreuern anrufen, weil die Nachtruhe nicht eingehalten wurde.“ Wenn die Musik nach 22 Uhr laut gedreht wird, gibt es Konsequenzen“, erklärt Heimleiter Šehić. Statt Essensgeld würden dann nur Lebensmittelgutscheine ausbezahlt. Den Müll habe man im Griff: „Zweimal wöchentlich führen wir eine Mülltrennung durch. Den Abfall kontrollieren wir zweimal täglich. Sobald wir etwas bemerken, räumen wir ihn weg.“

Situation hat sich deutlich verbessert

Bürgermeister Michael Cech versichert ebenfalls, dass sich „die Situation mittlerweile deutlich verbessert“ habe. Die Gemeinde habe weitere Mülltonnen zur Verfügung gestellt und eine Schädlingsbekämpfungsfirma beauftragt. Für die Anrainer ist das derzeit nur ein schwacher Trost: „Es wäre uns am liebsten, wenn es einfach nur funktionieren würde.“