Gablitz

Erstellt am 14. September 2017, 05:11

von Claudia Stöcklöcker

Gefängnis statt Dubai. 40-Jähriger lebte auf großem Fuß. Rechnungen über 100.000 Euro berappte er nicht. Jetzt muss er zwei Jahre sitzen.

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Elektronikwaren bestellte ein 40-Jähriger aus Gablitz bei einem Großhändler, über das Internet verkaufte er sie weiter. Die Rechnung dafür – rund 100.000 Euro – bezahlte er nicht. Wegen gewerbsmäßig schweren Betruges sitzt der einschlägig Vorbestrafte nun vor einem Schöffensenat im Prozess am Landesgericht St. Pölten.

Betrugsabsicht habe der 40-Jährige keine gehabt. „Die Rechnungen sind im Spamordner gelandet“, will er weismachen.

Auf großem Fuß lebte der 40-Jährige trotz zahlreicher Exekutionen. So bestellte er Küche und Bad für seine Mietwohnung, ohne das nötige Geld dafür aufbringen zu können. „Sie konnten doch nicht einmal die Miete zahlen. Ich glaube, Sie haben ein psychisches Problem“, wettert der Richter im Prozess ob dieser Aktion.

Richter ortet gar psychisches Problem

Unbeglichen blieb auch die Rechnung für eine Luxusreise seiner Familie nach Dubai. Mit einem Bildbearbeitungsprogramm habe der Angeklagte, so die Anklagebehörde, einen Einzahlungsstempel einer Bank auf einem Zahlschein verfälscht und so Bezahlung für die Reise vorgetäuscht.

Der Richter weist den Angeklagten auf den Milderungsgrund eines Geständnisses hin. Darob besinnt dieser sich eines Besseren und gibt Anschuldigungen unumwunden zu.

Für den 40-Jährigen setzt es zwei Jahre gesiebte Luft (nicht rechtskräftig). Psychotherapie wird verordnet. „Ohne ein umfassendes und reumütiges Geständnis wäre die Strafe jenseits von fünf Jahren ausgefallen“, so der Richter.