Erstellt am 06. November 2015, 05:52

von Jacqueline Kacetl

Gablitzer sind vorbereitet. Über die weitere Aufnahme von Flüchtlingen informierten sich rund 400 Besucher in der Festhalle. Bürgermeister Cech (ÖVP) versuchte, Ängste zu zerstreuen.

Die Besucher stellten in der Festhalle ihre Fragen an die Gemeindevertreter. Viele artikulierten Sicherheitsbesorgnisse.  |  NOEN, Foto: Kacetl
Riesige Resonanz fand die von der Gemeinde angekündigte Bürgerversammlung in der Festhalle zum Thema Flüchtlinge. Wegen der hohen Teilnehmerzahl am ersten Infoabend hatte die Gemeinde die zweite Veranstaltung vom Gemeindeamt in die Festhalle verlegt. Mit rund 400 Besuchern waren nahezu alle Plätze belegt.

„Das beweist, wie emotional das Thema ist“, erklärte Bürgermeister Michael Cech (ÖVP), der gemeinsam mit Vizebürgermeister Peter Almesberger (SPÖ), Gemeinderätin Astrid Wessely (ÖVP) und Pfarrcaritas-Leiter Hannes Flesch die Pläne der Gemeinde über die Unterbringung und Integration von Asylwerbern in Gablitz präsentierte. Christoph Planitzer, Koordinator für Integrationsangelegenheiten im Amt der NÖ Landesregierung, moderierte die Veranstaltung und sammelte die Fragen der Besucher.

Ebenfalls geladen war Gregor Markovic, der sein privates Wohnhaus in der Linzerstraße 63 für die Unterbringung von Flüchtlingen zur Verfügung stellt. Bis zu 23 Asylwerber sollen dort aufgenommen werden. Das genaue Anreisedatum und die endgültige Zahl der zu erwartenden Asylwerber waren bis Redaktionsschluss immer noch unklar. Laut Ortschef Cech sollen noch diese Woche acht Flüchtlinge in Gablitz ankommen. Weiters hätten sich die Besitzer des Hotels Hohnecker nach anfänglichem Zögern doch bereit erklärt, 33 Asylwerber bei sich aufzunehmen.


Elf Asylwerber leben bereits in Gablitz

Bei der Bürgerversammlung bekräftigte der Bürgermeister erneut seine Weigerung, mehr als 95 Flüchtlinge – was der Erfüllung der für Gemeinden verbindlichen Zwei-Prozent-Quote (gemessen an der Einwohnerzahl) entspricht – aufzunehmen.

Aktuell wohnen neun Syrer in einer Wohnung im Bauhof. Aufgrund der Betreuung durch ihren Verwandten, den Pizzeria Antonello-Betreiber Jihad Ali Chikh, funktioniere die Integration sehr gut, sagte Bürgermeister Cech. Weiters wurden zwei Syrer, ein Vater mit seinem Sohn, von einer Gablitzer Familie aufgenommen. Der Jugendliche sei bereits den Pfadfindern und dem Schachklub beigetreten, sagte Cech.
Astrid Wessely und Hannes Flesch stellten die von Gemeinde, Pfarre, Vereinen und Hilfsorganisationen ausgearbeiteten Integrationsangebote vor.

Cech: „Sicherheit ist uns wichtig“

Geplant sei die regelmäßige Ausgabe von Essen und Kleidung in der Pfarre, die ihre Räume auch für Freizeitaktivitäten zur Verfügung stellen will. Im Rahmen von täglichen Deutschkursen wolle man die „Vermittlung unserer Werte“ betreiben. Auch ein Spendenkonto wurde eingerichtet, auf dem bisher 8.700 Euro für die Flüchtlingshilfe gesammelt wurden. Weiters plant die Gemeinde, Flüchtlingen mit Tätigkeiten wie Schneeräumen oder Laubkehren eine geringfügige Beschäftigung zu bieten.

Die Bedenken vieler Besucher, die sich über die Sicherheit, den Wertverlust ihrer Häuser sowie Lärm oder Verunreinigungen in der Nähe der Flüchtlingsunterkünfte Sorgen machten, versuchte Cech zu zerstreuen: „Die Sicherheitskultur ist uns in Gablitz wichtig. Jeder, der sich nicht an die Regeln hält oder Probleme macht, wird nach Traiskirchen zurückgeschickt.“