Purkersdorf

Erstellt am 20. August 2016, 10:46

von Lisa-Maria Seidl

„Teegenuss ist etwas ganz Individuelles“ . Andrew Demmer macht uns seit über 35 Jahren Lust auf feine Teesorten und exotische Tee-Mischungen aus aller Welt.

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Die Österreicher waren schon immer Schlechtwetter-Teetrinker, meint Andrew Demmer, Inhaber und Gründer von „Demmers Teehaus“. Dabei gibt es auch im Sommer gute Gründe, Tee zu trinken. „Der Körper braucht viel Energie, um ein kaltes Getränk zu erwärmen, das belastet. Besser sind auch im Sommer warme Getränke.“ Wer das nicht möchte, kann Tee auch kalt genießen: „Eistee ist gerade in Mode. Fertige Eistees enthalten aber oft viel Zucker, besser ist es, ihn selbst zuzubereiten“, so Demmer.

Der Purkersdorfer gründete im Jahr 1981 sein erstes Teegeschäft im ersten Wiener Gemeindebezirk. Seine Leidenschaft für Tee ist auch nach nunmehr über 35 Jahren im Teehandel nach wie vor ungebrochen. Alles begann mit einer Reise nach Indien, wo der damals noch auf Kaffee spezialisierte Unternehmer anfing, sich mit Tee zu beschäftigen.

„Der Körper braucht viel Energie, um ein kaltes Getränk zu erwärmen. Besser sind auch im Sommer warme Getränke.“

Andrew Demmer, Tee-Experte

Nach einem Aufenthalt in Hamburg, wo er die Grundlagen des Teegeschäfts erlernte, wurde es seine Mission, den Österreichern qualitativ hochwertigen Tee schmackhaft zu machen. „Bei einem pro Kopf Konsum von 8,5 Kilo pro Jahr trinken die Österreicher fast so viel Kaffee wie die Skandinavier. Dagegen haben wir mit 450 Gramm Tee pro Kopf und Jahr noch einen weiten Weg vor uns. Aber das Interesse steigt, nicht nur im Fachgeschäft, sondern auch bei den großen Anbietern werden die Teeregale länger“, so Andrew Demmer.

Und was sind nun die Lieblingstees der Österreicher? „Vor allem Kräuter- und Früchtetees werden gerne getrunken. Aber auch Schwarz- und Grüntee gewinnen an Bedeutung“, erläutert der Tee-Experte. Und das, obwohl die erstgenannten genau genommen gar keine Tees sind, da sie keine Teeblätter enthalten, klärt Demmer auf.

Wichtig für guten Tee ist auch das Wasser: „Früher hatten wir in Purkersdorf nur Brunnenwasser. Dazu passend haben wir eine Schwarztee-Mischung, die Bastei-Mischung, erfunden. Und obwohl wir heute sehr gutes Wasser haben, ist das immer noch mein Lieblingstee“, erzählt der Unternehmer. Eine Grundregel: „Hartes Wasser braucht kräftigere Teesorten.“ Wegen des unterschiedlichen Wassers schmeckt Tee auch überall etwas anders: „Das heißt aber nicht unbedingt besser oder schlechter“.

Teegenuss, so Demmer, sei im Übrigen etwas sehr Individuelles: „Wie beim Wein, heißt es nicht unbedingt, dass mir sehr teure Tees besser schmecken müssen, als günstigere.“ Er verrät: „Zuhause bin ich eher konservativ, was den Teegenuss betrifft, im Geschäft aber wollen wir immer wieder etwas Neues und Exotisches anbieten.“ Eine eher neue Entdeckung ist ein Grüntee von einer Bioplantage in Südkorea. „Es gibt keine strengen Regeln. Wie er einem schmeckt, so sollte man ihn zubereiten“, meint Demmer. Und: „Gegen den Teebeutel ist grundsätzlich nichts einzuwenden, wenn es morgens schnell gehen soll. Hat man die Schwiegermutter zu Gast, kann man aber ruhig die schöne Teekanne und die losen Teeblätter hervorholen“.