Update am 22. Juni 2016, 05:25

von Claudia Stöcklöcker

Geschwollene Wange und verstörte Kinder. Asylwerber soll seine Ehefrau misshandelt und eingesperrt haben. Vor dem Richter schweigt das mutmaßliche Opfer

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"Die Deutschlehrerin belastet mich zu Unrecht. Die hat mit mir ein Problem, weil sie Sex wollte und ich abgelehnt habe“, sagt ein 33-jähriger Iraker. Seine Ehefrau soll der Asylwerber in Purkersdorf misshandelt und eingesperrt haben, geständig ist er nicht.

„Das ist eine bodenlose Schweinerei“

Entsetzt über die Aussage des Angeklagten ist die 65-jährige Deutschlehrerin. „Das ist eine bodenlose Schweinerei“, entrüstet sie sich und erzählt: „Seine Frau hat mich mehrmals via WhatsApp um Hilfe gebeten. ‚Please call the police‘, hat sie geschrieben. Und ich habe gesehen, dass sie eine geschwollene Wange hatte und die Kinder verstört waren.“

Eingesperrt haben soll der Iraker seine Frau in der gemeinsamen Wohnung. Nachdem Exekutivbeamte zu Hilfe eilten, flüchtete er über den Balkon und landete in U-Haft.

„Ich hatte große Angst um die Frau“

„Ich hatte große Angst um die Frau“, sagt die Zeugin dazu und erklärt: „Wenn er zornig wird, wird er es sehr. Einmal, da wollte ich die beiden im Deutschkurs voneinander trennen, weil er immer von ihr partizipiert hat. Da ist er wild geworden.“

Die Ehefrau des Angeklagten möchte vorm Richter nichts sagen, der 33-Jährige wird somit von fortgesetzter Gewaltausübung und Freiheitsentziehung freigesprochen. „Ich kann nicht sagen, was vorgefallen ist. Die Ehefrau hat sich der Aussage entschlagen, das ist ihr gutes Recht. Der Angeklagte wird vermutlich Haftentschädigung bekommen“, begründet der Richter. Das Urteil ist rechtskräftig.