Erstellt am 22. Juni 2016, 10:30

von Beate Riedl

"Manche wissen es einfach nicht besser". Reh wurde gerissen und getötet. Österreichische Bundesforste appellieren: Hunde gehören auch im Wald an die Leine.

Vor allem zwischen Mai und Juli werden immer wieder Rehe im Wienerwald gerissen. shutterstock/D. Steinhausser  |  NOEN

Nachdem erst vor kurzem ein Kater vermutlich bei Mäharbeiten und ein Hund durch einen Giftköder starb, sind in der Vorwoche alle Versuche gescheitert, einem kleinen Rehbock, das vermutlich von einem Hund gerissen wurde, das Leben zu retten.

Schutz der Tiere im Wald wichtig

Ein Spaziergänger fand das verletzte Tier – es hatte mehrere Bisswunden am Kopf – und kümmerte sich darum, vom „Jäger wurde es zum Tierarzt gebracht“, schreibt er auf Facebook, aber leider ohne Erfolg, es starb an den Folgen eines Angriffs. Das Post mit dem Appell, Hunde an der Leine zu führen, fand regen Anklang, der Beitrag wurde mittlerweile über 1.600 Mal geteilt – zum Schutz der Tiere im Wald.

Eine weitere Userin bittet um vermehrte Aufmerksamkeit: „Bitte auch die Personen, die mit unangeleinten Hunden spazieren gehen, freundlich darauf hinweisen. Manche wissen es eben nicht besser.“ Zudem fordert sie die Bundesforste auf, mehr Aufklärungsarbeit zu leisten. Diese hat für die Österreichischen Bundesforste ohnehin einen hohen Stellenwert, wie Pressesprecherin Pia Buchner bestätigt. „Leider kommen solche Fälle gerade in dieser Jahreszeit immer wieder vor“, sagt die Pressesprecherin, „gerade jetzt sind die Rehgeißen entweder trächtig oder haben ihre Kitze frisch gesetzt. Sie sind daher eine leichte Beute für wildernde Hunde.“ Der Schaden ist nicht nur das gerissene Reh, sondern auch die Vertreibung des Muttertieres von seinem Nachwuchs. Das Kitz muss gesäugt werden. Wenn eine ständige Beunruhigung erfolgt, kann das Kitz die notwendige Nahrung nicht aufnehmen, bekommt nicht genug Nahrung und kann in der Folge den Winter nicht überleben, berichtet Buchner.

Leider ist auch „die Verwahrung der Hunde in vielen Fällen sehr mangelhaft“, sagt Buchner, denn Hunde sind an der Leine zu führen. Wenn es zu einem Zwischenfall kommt, hat das auch rechtliche Konsequenzen: Sollte ein Hundebesitzer ausgeforscht werden, der seinen Hund im Wald jagen lässt, wird Anzeige erstattet, und der Besitzer ist für den angerichteten Schaden verantwortlich. Und wenn ein Hund „auf frischer Tat“ ertappt wird, ist der Abschuss des Hundes gesetzlich erlaubt.