Erstellt am 30. Dezember 2015, 05:38

Ideenwettbewerb startet jetzt. Elf Architekturbüros rittern um den Zuschlag für die Gestaltung des neuen Wienerwaldbades.

Die alten Gebäude im Wienerwald werden bald neuen weichen. Um einen Wellnessbereich soll das Bad erweitert werden und daher auch im Winter benützbar sein.  |  NOEN, Hornstein

„Nach rund 50 Betriebsjahren wird es Zeit, sich Gedanken über die Modernisierung oder auch Erneuerung der Hochbauten des Wienerwaldbads Purkersdorf Gedanken zu machen“, ist sich Badbetreiber WIPUR-Geschäftsführer Werner Prochaska klar. „Die fast 50 Jahre alten Gebäude haben gute Dienste geleistet, sind aber mittlerweile – was die Gebäudesubstanz und die Strukturierung der Gebäude betrifft – in der letzten Phase des Lebenszyklus angekommen“, weiß Prochaska. Im Auftrag der Stadtgemeinde hat die WIPUR Wirtschaftsbetriebe der Stadt Purkersdorf GmbH einen Ideen-Wettbewerb für die Erneuerung der Hochbauten des Wienerwaldbads ausgeschrieben.

Elf Architekturbüros wurden zur Abgabe ihres Lösungsvorschlags für die in einem Pflichtenheft detailliert beschriebene Aufgabenstellung eingeladen. Dabei steht nicht nur die Neuerrichtung der für den Freibadbetrieb notwendigen Hochbauten im Vordergrund, sondern auch eine eventuelle Erweiterung der Hochbauten um einen Fitness/Wellnessbereich in Form eines Ganzjahresbetriebs. Bis Ende Februar 2016 werden die Lösungsvorschläge der Architekten erwartet.

Mit dem Bau der ursprünglichen Anlage des Wienerwaldbades Purkersdorf wurde im Jahr 1965 begonnen. Ausgestattet mit einem Schwimmbecken mit sechs Bahnen und einer Länge von 33,3 Metern Länge, einem Becken für Nichtschwimmer, einer Wasserumwälzanlage, Kabinen und Kästchen für 1.000 Personen, einer Saunaanlage und einer Badewart-Wohnung wurde das Wienerwaldbad am 27. Mai 1967 im Rahmen der Stadterhebungsfeierlichkeiten eröffnet.

2000 kam moderne Beckenlandschaft

In Anpassung an das neue Hygiene-Gesetz wurden 1979/80 Adaptierungen und Reparaturen durchgeführt, weitaus stärkere Umwälzpumpen eingebaut und ein eigenes Gebäude für die Wasseraufbereitung sowie Druckausgleichsbecken geschaffen.

Im Jahr 2000 wurde schließlich die heutige moderne Beckenlandschaft eröffnet. Die alten Becken inklusive Wassertechnik hatten endgültig ausgedient. „Mit der neuen Beckenlandschaft wurde in vielerlei Hinsicht ein zeitgemäßer Standard erreicht“, so Prochaska. Die nach modernsten Gesichtspunkten gestaltete Beckenlandschaft besteht aus einem 25-Meter-Sportbecken mit fünf Bahnen, einem Nicht-Schwimmer-Erlebnisbereich mit Whirl-Liegen, Bodenblubber, Strömungskanal und Wasserrutsche,
einem Sprung-Becken mit 1-Meter- und 3-Meter-Brett und einem separaten Kinderbecken.
Vor der Badesaison 2015 wurden die nächsten Adaptierungen in der gesamten Mess- und Regeltechnik der Wasseraufbereitungsanlagen durchgeführt, um so den höchsten Qualitätsanforderungen gerecht werden zu können.

Jetzt kommen die Gebäude dran. Die Art und Weise einer möglichen Umsetzbarkeit des Projekts – in zeitlicher und wirtschaftlicher Hinsicht – wird nach dem Ideenwettbewerb in den zuständigen Gremien diskutiert. Eines steht jedoch jetzt schon fest: Die Badesaisonen 2016 und 2017 werden jedenfalls noch in der alten Gebäudeinfrastruktur bestritten.

Auch im Winter in Betrieb

Der zuständige VP-Stadtrat ÖVP-Stadtrat Albrecht Oppitz: „Mir ist wichtig, dass im Rahmen des Architekturwettbewerbs die ganzjährige Nutzung mit Wellnessbereich möglich wird, und der Erlebnisbad-Charakter soll erhalten bleiben.“

Und Bürgermeister Karl Schlögl schließt sich diesem Plan an: „Ziel ist, dass das Wienerwaldbad ein Erlebnisbad wird, das im Sommer und Winter benützbar ist. Daran werden wir arbeiten.“