Erstellt am 16. Dezember 2015, 05:03

von Christoph Hornstein

Jetzt entscheidet das Land. Anrainer wehren sich gegen einen Wohnblock in der Hardt-Stremayr-Gasse. Baustadtrat gibt OK.

Hier soll die Einfahrt zur Tiefgarage gebaut werden. Für die Anrainer unvorstellbar und der sichere Weg zum Verkehrs-Chaos.  |  NOEN, Hornstein
Dort, wo noch immer ein malerisches eingeschoßiges Haus aus dem vorigen Jahrhundert steht, sollen elf Wohneinheiten und 22 Pkw-Stellplätze gebaut werden. Gesamthöhe: zwölf Meter. „Alles der Bauordnung entsprechend“, so Baustadtrat Viktor Weinzinger. Für die Anrainerin Susanne Hach ein Horror: „Ich werde alles dazu tun, dass der Wohnblock, wie er geplant ist, nicht realisiert werden kann.“

Susanne Hach wohnt in einem kleinen Häuschen in der Hardt-Stremayr-Gasse 26. Das Eckgrundstück Nr. 28 / Linzer Straße 42 soll nun mit Wohnungen verbaut werden. „Ich wollte dieses Grundstück sogar kaufen, aber es ist wohl lukrativer, einen Wohnkasten hinzustellen.“

Landesverwaltungsgerichtshof als letzte Instanz 

Als Anrainerin hat Hach alle ihre Rechte geltend gemacht und gegen den positiven Baubescheid der Stadtgemeinde Berufung eingelegt. Jetzt entscheidet der Landesverwaltungsgerichtshof als letzte Instanz über die Baubewilligung. Gründe für die Berufung hat Anrainerin Hach genügend. Da soll es Grundstück-Vermessungsfehler geben, dann soll der Bebauungsplan der Stadtgemeinde, der die mögliche Bauweise als „offen /gekuppelt“ ausweist, nicht den Tatsachen entsprechen, und der geplante Bau soll die zulässige Gebäudehöhe überschreiten.

Das sind nur einige der Argumente, die Hach vorbringt. Doch das Verkehrsargument zählt für Hach am meisten: „Jetzt schon herrscht das Choas vor meiner Haustüre. Zum Parkplatz der Apotheke fahren pro Tag 180 Autos hin und wieder weg. Es gibt keine Woche, wo es nicht einen Blechschaden gibt.“

Genau dort soll aber die Einfahrt zur Tiefgarage für den neuen Wohnblock kommen. Dass das verkehrstechnisch nicht funktioniert, davon ist auch Apotheker Martin Danner überzeugt: „Die Wohnstraße ist an dieser Stelle vier Meter breit. Da haben schon meine Kunden Schwierigkeiten, meinen Parkplatz anzufahren.“

Alles exakt nach der Bauordnung

Für Baustadtrat Viktor Weinzinger ist das kein Thema: „Es ist alles nach der Bauordnung geplant.“ Auch verkehrstechnisch sieht Weinzinger kein Problem und appelliert an den guten Willen aller Beteiligten: „Dass es an dieser Stelle zum Verkehrschaos kommt, glaube ich nicht. Die Leute fahren in der Früh aus der Tiefgarage raus und kommen am Abend heim. Mit einem bisschen guten Willen geht das alles.“ Er könne niemandem verbieten zu bauen.

Nach einer Verkehrslösung während der Baustellenzeit werde gerade gesucht.
Stadtamtsdirektor Burkhard Humpel: „Der Ball liegt jetzt beim Landesverwaltungsgerichtshof. Innerhalb von sechs Monaten ist ein Ergebnis zu erwarten. Es wurde alles eingewendet, was man einwenden kann. Inhaltlich will ich dazu gar nichts sagen, denn das ist laufendes Verfahren.“