Erstellt am 07. März 2012, 00:00

Kaspar schaut ins Paradies. PREMIERE / Nach den großteils verregneten Vorstellungen im Steinbruch Dambachtal feierte „Der Brandner Kaspar und das ewig‘ Leben“ eine zweite Premiere im Stadtsaal.

Regisseur Manfred Cambruzzi (3.v.l.) mit den Hauptdarstellern René Salim (Flori), Claudia M. Peschta (Marei), Bernd Sykora (Erzherzog), Ernst Pirker (Brandner Kaspar) und Walter Prochaska (Hl. Petrus).WEIGL  |  NOEN
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VON BURKHARD WEIGL

PURKERSDORF / Rund 1000 Besucher haben das altbayerische Volksstück „Der Brandner Kaspar und das ewig‘ Leben“ im Sommer 2011 im wildromantischen Steinbruch Dambachtal gesehen. Doch leider spielte damals die gewittrige Natur viel eifriger mit, als im Stück vorgesehen. Statt nur am Ende des dritten Bildes, wenn die junge Marei während eines Gewitterregens in der gefährlichen Wolfsschlucht zu Tode stürzt, setzte der Regen viel früher ein, sodass etliche Termine abgesagt werden mussten.

Seit Freitag haben die Regenopfer des Vorjahres eine neue Chance, den schlitzohrigen Brandner Kaspar dabei zu beobachten, wie er dem Tod von der Schippe springt, indem er ihn zuerst betrunken macht und danach beim Kartenspiel 18 Extra-Lebensjahre abluchst.

Regisseur Manfred Cambruzzi verpflichtete die rund 30 Amateurdarsteller und 15 Bühnenhelfer zu weiteren 30 Proben im Stadtsaal. Herausgekommen ist ein flüssig gespielter und spannender Theaterabend, der einen Vergleich mit professionellen Bühnen nicht zu scheuen braucht. Der bayerische Dialekt wirkt auch in unserer Gegend glaubwürdig, allerdings gebrochen durch eine, zum Stück passende heitere Ironie.

Hauptdarsteller Ernst Pirker, der das Schlawinertum des Brandner Kaspar sehr authentisch auf die Bühne bringt, erinnert nicht nur äußerlich an den großen Paul Hörbiger. Auch der Witz, mit dem er an die Rolle herangeht, bleibt in positiver Erinnerung. Mit Helmut Tschellnig als Tod fordert ihn ein ebenbürtiger Bühnenpartner heraus.

Lange bleibt im Stück unklar, ob es stimmt, was Tschellnig schon zu seinen Schüttelfrost-Zeiten oft gesungen hat: „Der Tod bleibt immer der Sieger“. Zum Schluss bleibt es bei einem Unentschieden. Jeder hat jeden hereingelegt, und das Himmelsvolk, angeführt vom Heiligen Petrus (Walter Prochaska), amüsiert sich darüber.

Die Bühnentechnik ist durch das Spiel auf mehreren Ebenen, sowohl horizontal als auch vertikal überaus aufwendig. Den Wald holte man sich mit Projektionsfotos von Lydia Schmatz in den Stadtsaal. Fazit: Eine sehenswerte Produktion, die man sich auch ein zweites Mal gerne ansieht.