Erstellt am 25. November 2015, 05:08

von Claus Stumpfer

Das Leiden eines Idealisten. Claus Stumpfer über Schobers Rückzug als Obmann des SC Mauerbach

Drei Stadien durchlief Gerald Schober, nach eigenem Bekunden, ehe er als Obmann beim SC Mauerbach das Handtuch warf: Enttäuschung, Sinnlosigkeit und letztlich die Notwendigkeit, sein Wort halten zu müssen.

Keinen Tag hört Schober früher auf, als er zu Beginn seiner zweiten Amtszeit angekündigt hatte. Jetzt gibt es natürlich Klubs, die einem Phantom nachjagen. Viele sind auf seine herausragende Arbeit aufmerksam geworden, und würden ihn gerne für sich gewinnen. Um Ruhe zu haben, lautete sein Credo bislang: „Solange ich in Mauerbach bin, werde ich nicht darüber sprechen“. Es ist also anzunehmen, dass jetzt einige nachfragen werden. Aber es klingt glaubhaft, wenn Schober versichert, dass er keine Ambition hat, bald anderswo als Funktionär zu arbeiten. Zu groß sei die innere Leere derzeit. Dabei war er ja bisher voll damit beschäftigt, zuerst das letzte Spiel, dann die Generalversammlung mit der Hofübergabe zu organisieren — wenn das alles wegfällt, wird die Trauer um den Klub erst richtig durchschlagen.

Schobers Leben hängt als erfolgreicher Manager zwar sicher nicht an der Existenz des SC Mauerbach, aber bei Idealisten ist die Enttäuschung halt oft größer, als wenn jemand materielle Dinge verliert.