Erstellt am 08. Juni 2016, 05:35

von Martin Gruber-Dorninger

Ein Denkmal wird zu Mahnmal. Martin Gruber-Dorninger über die Bedeutung von Gedenksteinen.

Das Weinheber-Denkmal auf der Feilerhöhe ist einmal mehr Diskussionspunkt in Purkersdorf. Josef Weinheber war Mitglied der NSDAP, er war aber auch einer der besten Lyriker deutscher Sprache. Der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicky nahm Weinheber 2005 mit den Gedichten in den Kanon Deutscher Literatur auf. Dass Weinheber für seine künstlerischen Leistungen ein Denkmal gesetzt wurde, ist daher verständlich.

Dennoch darf seine politische Funktion nicht außer acht gelassen werden. Doch auch dazu kann ein Denkmal dienen, denn es lehrt Geschichte. Es dient dazu, Fehler aus der Vergangenheit nicht mehr zu wiederholen. Doch daran muss uns jemand erinnern.

Eine Zusatztafel kann aus einem Denkmal durchaus ein Mahnmal machen. Würden alle Namen von den Personen, die in Verbindung mit dem Nationalsozialismus standen, von Straßen, Plätzen oder Denkmälern genommen, würde sich früher oder später keiner mehr daran erinnern. Deshalb ist geschichtliche Aufgeschlossenheit und Information wirksamer als das bloße Abmontieren von Namen.