Erstellt am 09. März 2016, 09:36

von Claus Stumpfer

Jährlich grüßt das Murmeltier.

Zum zweiten Mal in Folge ist den Gablitzern nach der Wintervorbereitung unmittelbar vor dem Rückrundenstart der Trainer abhandengekommen. Auch wenn die Voraussetzung heuer eine gänzlich andere ist — im Vorjahr trennte sich der Klub von Trainer Neubauer, da dieser zu den Spielern keinen Draht zu finden schien, diesmal war es Juanito Palla selbst, der die Reißleine gezogen hat —, eine Wiederholung eines derartigen Ereignisses ist erstaunlich.

Nach mehr als 30 Jahren beruflicher Beschäftigung mit dem Fußballunterhaus sind mir wenige Fälle erinnerlich, in denen ein Trainer nach sechs Wochen Arbeit mit der Mannschaft am Ende doch kein Meisterschaftsspiel bestritten hat. In Gablitz dürfte also eine besondere Konstellation vorliegen, die den Klub für einen solchen Sonderfall prädestiniert.

Kurioserweise ist auch der Lösungsansatz derselbe wie im Vorjahr: Roman Pichler übernimmt das Traineramt vorübergehend, mit ihm ist der Klub stets gut gefahren. Auch wenn er betont, weder Trainer- noch Co-Trainerjob längerfristig anzustreben, ist Pichler in der Krise da. Die Vereinsführung gewinnt durch ihn die nötige Zeit, um einen Nachfolger für Palla zu finden. Vielleicht ist es aber gerade diese Rolle Pichlers als stets parater Ersatzcoach und „Unterstützer“, der es für neue Trainer umso schwerer macht.