Erstellt am 19. Juli 2017, 05:50

von Martin Gruber-Dorninger

Schweigen ist nicht angebracht. Martin Gruber-Dorninger über die Wahnsinnstat im Asylheim.

Der Fenstersturz beim Asylheim in Purkersdorf hat viel Staub aufgewirbelt. Zwei Gruppen unterschiedlicher Ethnien haben sich bekämpft. Der handfeste Streit dürfte damit geendet haben, dass ein junger Mensch aus elf Metern Höhe aus dem Fenster geworfen wurde.

Es ist klar, dass Emotionen junger Männer in diesen Notsituationen überkochen können – Bett an Bett mit über 50 weiteren Mitbewohnern und das über ein Jahr, das kann schon einmal eskalieren. Doch diese Wahnsinnstat war einfach zu viel.

Der gute Ruf, falls der überhaupt jemals eine Chance hatte, ist dahin. Plötzlich ist es egal, wie gut sich manche Bewohner des Asylheims bereits in Purkersdorf integriert, welche Kontakte sie geknüpft haben oder wie gut sie schon Deutsch können. Das Einzige, das langfristig in Erinnerung bleibt, ist dieser Fenstersturz.

An dieser Stelle sollte es Bemühungen zur Deeskalation geben. Die Betreiber des Heimes müssen der Ursache auf den Grund gehen und glaubwürdig Besserung geloben. Stattdessen gibt es keinen Kommentar. Das ist deutlich zu wenig.