Erstellt am 24. Mai 2017, 05:31

von Wolfgang Wallner

Erst einmal nachdenken. Wolfgang Wallner über den „guten Ton“ am Sportplatz.

„Ich wollte einfach nur weg vom Platz!“ Gablitz-Trainer Khajik Jerjes ist lange im Fußballgeschäft. So etwas wie in Neudorf musste er sich bislang noch nicht anhören. Beschimpfungen, auch rassistische Bemerkungen zu den Spielern – das ist ein „No Go“. Überall und schon gar auf dem Sportplatz. Das sieht man auch in Neudorf so, hat sich für die Entgleisungen entschuldigt.

Ein schaler Nachgeschmack bleibt. Denn Neudorf ist „überall“. Wie manche das Internet nutzen, um Dinge abzulassen, für die sie sich von Angesicht zu Angesicht genieren würden, sehen eben andere den Fußballplatz als „Ventil“. Um Dampf abzulassen. Um Menschen zu beleidigen, die den Fußball so leben und lieben wie sie selbst.

Klar: Beim Match steht jeder unter Strom. Jedes Wort auf die Goldwaage zu legen, bringt nichts. Ein Freibrief ist aber die emotionale Anspannung beim Fußball nicht. Nachdenken, bevor man den Mund aufmacht, empfiehlt sich auch in der Ausnahmesituation am grünen Rasen. Und wenn dann doch etwas „herausrutscht“, sollt‘s selbstverständlich sein, sich zu entschuldigen.

Denn eines steht fest: Emotion ist keine Erklärung für alles und jedes. Nach dem Schlusspfiff sollte man sich noch in die Augen sehen können. Möglichst ohne schlechtes Gewissen …