Erstellt am 19. Juli 2017, 02:31

von Claus Stumpfer

Wihlidals Sieg hat Schattenseite. Claus Stumpfer über Österreichs Triathlon im Abschwung.

Was für ein Wochenende für Niko Wihlidal! Der 36-jährige Wolfsgrabener, der seine Triathlonkarriere aus beruflichen Gründen nur noch auf „Sparflamme köcheln“ lässt, wie er sagt, hat sich nach 2014 ein weiteres Mal den Staatsmeistertitel über die prestigeträchtige olympische Distanz gesichert – die Distanz, auf der die Schnellsten der Welt daheim sind.

Gut für Wihlidal, zumal seine Zeit von 1:51 Stunden nicht nur für einen „Mastersathleten“ aller Ehren wert ist. Schlecht allerdings für Österreichs Triathlon, da vom Nationalteamnachwuchs nichts zu sehen war.

Wihlidal, der eigentlich auf der Langstrecke chancenreicher wäre, weil er seine Defizite in der Schwimmtechnik im Alter nicht mehr kompensieren konnte, hat sich auf die Kurzdistanz verlegt, weil er da viel weniger trainieren muss! Abgesehen davon, was alles möglich wäre, wenn dieser Mann schwimmen könnte, wie beispielsweise der Deutsche Per Bittner – sein einziger Gegner beim Mostiman am Sonntag –, stellt sich die Frage, wo Wihlidal stünde, wenn er seine Trainingsumfänge nicht so stark reduziert hätte.

Das Siegespodest komplettierte in Wallsee zwar mit Stefan Hehenwarter ein junger Österreicher, doch bei ihm wird die Zukunft auch eher nicht zu finden sein. Wie Wihlidal fehlt ihm zur Kurzdistanz-Weltklasse die richtige Schwimmtechnik.