Mauerbach

Erstellt am 27. April 2017, 05:36

von Lucia Scarpatetti

Amphibienwanderung: Das gefährliche Leben einer Kröte. Mauerbacher Krötenschützer setzen sich für die hilflosen Tiere ein. Heimische Kröten gehören zu den gefährdetsten.

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Wer nicht blind mit dem Auto fährt, wird bemerkt haben, dass vor allem zur jetzigen Jahreszeit auf die sogenannte „Krötenwanderung“ mit Gefahrenzeichen aufmerksam gemacht wird. Doch warum werden diese Tiere so geschützt und was ist eigentlich eine Krötenwanderung?

„Die heimische Erdkröte gehört zu den gefährdetsten Tierarten“ Gerda Stojaspal

„Kröten bleiben nicht immer am selben Platz. Beim Hinweg von Berg zu Teich oder beim Rückweg von Teich zu Berg können so einige Gefahren lauern. Bei uns in Mauerbach quert diese Strecke genau eine Fahrbahn“, erzählt Gerda Stojaspal von den Mauerbacher Krötenschützern.

600 Meter lange Todesstrecke

Die Krötenwanderung und somit der geschützte Weg erstreckt sich über einer Länge von ganzen 600 Metern. Obwohl die Amphibien vor allem in der Dämmerung und in der Nacht aktiv sind, kam es früher zu extremen Sterberaten und viele Kröten wurden überfahren. „Ich will ehrlich sein, wir haben diese Initiative

nicht erfunden. Vor vielen Jahren ist einem Bürger aufgefallen, dass die Straße ein Hinderniss für die Tiere darstellt und er meldete das Problem“, erzählt Gerda Stojaspal, die die Amphibienstrecke nun seit 1990 betreut.

Holzzäune hindern das Überqueren

In dieser langen Zeit als Krötenschützerin hat sich so einiges getan. Neben den Gefahrenzeichen, die Autofahrer aufmerksam machen sollen, wurden weitere Maßnahmen ergriffen. An den Rändern der geschützten Strecken werden jeweils temporäre Holzäune und dahinter Kübel aufgestellt. Die Idee ist im Prinzip ganz einfach: Möchte eine Kröte den Weg überqueren, prallt diese gegen den Zaun ab und landet im Kübel. „Zeitlich am morgen gehen Leute von der Straßenmeisterei dann durch und befreien die Tiere. Sie machen wirklich großartige Arbeit“, lobt Stojaspal. Doch warum diese ganze Aufregung um die kleinen Tiere?

Kröten sind stark gefährdet

„Viele der Amphibien, die bei uns die Straßen queren, gehören zu den gefährdetsten Tierarten. Vor allem die heimische Erdkröte steht ganz oben in der roten Liste der Fauna-Flora-Habitat“, erzählt Stojaspal.

Doch obwohl im Volksmund immer von der Krötenwanderung die Rede ist, überqueren auch andere Amphibien die Straße.

„Abgesehen von Kröten sind auch Frösche, Lurche und Molche von diesem Problem betroffen. Vor allem der Alpenkamm Froschlurch ist zum Beispiel sehr gefährdet. Aber belassen wir es einfach bei Krötenwanderung, sonst wird‘s richtig kompliziert“,meint Stojaspal lachend.