Erstellt am 25. November 2015, 05:03

von Jacqueline Kacetl

Mehr Mitsprache möglich. Die Eckpunkte stehen fest. Beschlossen wurde auch die Ausweitung der Schulautonomie. Die NÖN befragte die Schuldirektorinnen zum Thema.

Nicht alle Schüler der AHS Korneuburg werden im nächsten Jahr eine fixe Stammklasse haben. Foto: Bilderbox/Wodicka(Symbolbild)  |  NOEN, www.bilderbox.com

Kaum wurden die letzten ungelösten Fragen der Bildungsreform ausverhandelt, schon hagelt es Kritik. Die Probleme seien zwar erkannt, aber nicht gelöst worden, kritisierte Rechnungshof-Präsident Josef Moser die Reform, die letzten Dienstag im Ministerrat präsentiert wurde. Den weiter bestehenden „Kompetenz-Wirrwarr“ zwischen Bund, Ländern und Gemeinden bewertete Moser negativ.

Ausweitung der Schulautonomie 

Einsparungen von rund sechs Millionen Euro soll die Schaffung von Bildungsdirektionen bringen, die Aufgaben von Bundes- und Länderbehörden übernehmen werden. Neben Veränderungen bei Elementarpädagogik, Schuleingangsphase und Gesamtschule ist die Ausweitung der Schulautonomie ein weiterer wesentlicher Punkt der Bildungsreform. Damit werden Abweichungen vom Lehrplan ermöglicht, Schulöffnungszeiten können individuell geregelt werden, und die Personalkompetenz der künftig auf nur fünf Jahre bestellten Direktoren wird erweitert.

Für „begrüßenswert“ hält die Purkersdorfer AHS-Direktorin Irene Ille die geplante Stärkung der Schulautonomie. Ille: „Bisher hat jede Veränderung einen immensen Verwaltungsaufwand nach sich gezogen.“ Es bleibe zu hoffen, dass es durch die Reform auch tatsächlich zu einer Vereinfachung der Arbeitsabläufe komme, so Ille. Der Direktorin der Neuen Mittelschule (NMS), Margarethe Koncki-Polt, geht die Reform „zu wenig weit.

"Bei den Öffnungszeiten hätte ich mir eine einheitliche Lösung mit späterem Unterrichtbeginn gewünscht.“ Positiv bewertet Koncki-Polt das Mitspracherecht beim Personal. Das Mehr an Autonomie bei den Lehrplänen sei in der NMS mit der Einführung schulautonomer Gegenstände bereits Schulrealität. „Bei den Evaluationen zeigt sich hohe Zufriedenheit.“