Erstellt am 27. Januar 2016, 05:58

von Jacqueline Kacetl

"Mit aller Härte vorgehen". Bei einer Bürgerversammlung stellten Gemeindevertreter die Unterbringung von 45 minderjährigen Flüchtlingen im Hotel Hohnecker vor. Ein Tag der offenen Tür ist geplant.

Wieder war das Interesse an der Bürgerversammlung zum Thema Flüchtlingsunterbringung in Gablitz enorm. Auch Bedenken über die Gefahr sexueller Übergriffe wurden geäußert.  |  NOEN, Kacetl

Im Februar sollen 45 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in das Hotel Hohn-ecker in der Wagnergasse einziehen. Bei einer Bürgerversammlung in der Festhalle präsentierten Bürgermeister Michael Cech (ÖVP), Vizebürgermeister Peter Almesberger (SPÖ), Gemeinderätin Astrid Wessely (ÖVP) und Klaus Neumann, Geschäftsführer des Vereins menschen.leben, das Projekt und stellten sich den Fragen des Publikums.

Derzeit sind 45 Flüchtlinge in der Gemeinde untergebracht. Davon stellen die größte Gruppe Syrer dar, gefolgt von Afghanen und einem Iraker, erklärte Bürgermeister Cech. Über die Herkunft der minderjährigen Flüchtlinge gebe es hingegen noch keine Informationen, sagte Klaus Neumann vom Verein menschen.leben. „Wir vermuten, dass es sich mehrheitlich um Syrer und Afghanen handelt.“

Im Hotel Hohnecker seien die minderjährigen Burschen rund um die Uhr von männlichen Betreuern umgeben, erläuterte Neumann. Bisher habe der Verein „gute Erfahrungen in den Gemeinden“ gesammelt. „Wir sind optimistisch, dass sich das in Gablitz ähnlich entwickeln wird.“

Haftpflichtversicherung für alle Asylbewerber 

An der Sicherheitslage habe sich seit der Ankunft der Flüchtlinge nichts verändert, beruhigte der als Ortspolizist tätige Vizebürgermeister Peter Almesberger: „Es gab weder Einbrüche noch Sachbeschädigungen.“ Weitere Sicherheitsbedenken räumte Ortschef Michael Cech aus. Für alle Flüchtlinge seien Haftpflichtversicherungen abgeschlossen worden.

Diskutiert wurde auch der Besuch von Asylwerbern im Gablitzer Bad und die Frage nach dem Handlungsspielraum der Gemeinde im Fall von sexuellen Übergriffen. Falls es zu Vorfällen komme, werde man „mit aller Härte und Konsequenz vorgehen“, sagte Bürgermeister Cech. Der Ausschluss einer Gruppe von Badegästen sei jedoch nicht vorstellbar.

Im Rahmen eines „Tages der offenen Tür“ will die Gemeinde ins Hotel Hohnecker einladen, um der Bevölkerung Einblicke in das Flüchtlingsprojekt zu geben.