Erstellt am 11. November 2015, 05:28

von Marlene Trenker

Mit der Kraft der Mehrheit. Nach dem Auszug der Opposition in der vergangenen Gemeinderatssitzung wurde der Umzug der Gemeinde ins Automic-Gebäude mit den Stimmen der ÖVP beschlossen.

Das Gemeindeamt hat eine neue Heimat. Es zieht vorübergehen über fünf Jahre in das ehemalige Automic-Gebäude.  |  NOEN, Trenker

Nun ist es beschlossene Sache! Das Gemeindeamt zieht, vorübergehend, in das ehemalige Automic-Center.

Die Entscheidung darüber wurde durch den Auszug der Opposition bei der vorigen Gemeinderatssitzung verzögert. Mit den Stimmen der ÖVP wurde der Umzug nun beschlossen. Michael Holzer hatte vor einiger Zeit das Gebäude gekauft, um darin ein Büro-Center zu errichten. Einen Teil der Büroräume wird nun die Gemeinde Wolfsgraben mieten.

Der Opposition ist diese Tatsache ein Dorn im Auge. Sie fragt, warum es denn jetzt so schnell gehen muss? Bürgermeisterin Claudia Bock argumentiert, dass das Gemeindeamt bis 1. Jänner 2016 barrierefrei zugänglich sein muss. „Stimmt nicht“, kontert Vinzenz Trugina (Aktives Wolfsgraben). „Nur wenn die Investitionskosten für einen Umbau unter 5.000 Euro bleiben, ist die Gemeinde dazu verpflichtet“, ergänzt er.

„Bedenkliche Wirtschaftsförderung“?

Grüne und Aktives Wolfsgraben sehen im plötzlichen Umzug des Gemeindeamtes eine „bedenkliche Wirtschaftsförderung“. Michael Glaser von den „Grünen“ geht sogar noch weiter und spricht von „kriminellen Energien“ bei dieser Entscheidung. Josef Pranke (Aktives Wolfsgraben) zweifelt an der Lebensfähigkeit des Wirtschaftsparks: „Ich frage mich, wie standfähig ein Unternehmen ist, wenn ohne Unterstützung der Gemeinde nichts geht.“

Was Grüne und Aktives Wolfsgraben außerdem ärgert, ist, dass ein Umzug beschlossen wurde, ohne vorher einen konkreten Plan für den aktuellen Standort zu haben. „Eigentlich war es der Plan, den Ausschuss zu erweitern und dann über die weitere Vorgehensweise zu diskutieren“, sagt Kerstin Schneiderbauer (Grüne).

Es ist eine Tatsache, dass der Gemeinde viel an Kommunalsteuern entgeht, seit die Firma Automic ausgezogen ist. Auf die Frage, warum nicht schon früher Barrierefreiheit gewährleistet wurde, antwortet Bock, dass die Kreditwürdigkeit nun eine andere ist. „Wir drohen eine Abganggemeinde zu werden“, erklärt die Bürgermeisterin.

„Ich glaube, dass hier kriminelle Energien am Werk sind“ Gemeinderat Michael Glaser (Grünen) über den Wunsch der ÖVP, das Gemeindeamt in den Wirtschaftspark zu siedeln.

Petra Didcock (Aktives Wolfsgraben) fragt: „Warum nimmt die Gemeinde dann Geld in die Hand und lässt das, was ihr gratis zur Verfügung steht, links liegen?“

Auf fünf Jahre gesehen würden sich die Kosten für die Gemeinde bei einer monatlichen Miete von rund 2.500 Euro auf rund 150.000 Euro belaufen. Michael Glaser spricht sich im Prinzip für die Ansiedelung von Betrieben aus, aber „bei Ein-Mann-Unternehmen, die sich im Wirtschaftspark ansiedeln werden, kommen wohl kaum viele Kommunalsteuern heraus“.

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