Erstellt am 29. Oktober 2015, 05:32

von Christoph Hornstein

Natur als letzte Ruhestätte. Rund die Hälfte aller Österreich lassen sich mittlerweile nach dem Tod einäschern. Immer mehr Urnen finden ihren letzten Platz mitten in der Natur.

Agentur-Chef „Wiener Verein“ Gerhard Fröhlich, Mirjam Klimt, Karin Seewald und Johanna Erhardt von „paxnatura“ sowie Thomas Fidler von der Bestattung Dewanger setzen vor Allerheiligen auf Beratung.  |  NOEN, Hornstein

Alles ist endlich. Diese Erkenntnis wird uns besonders dann gewahr, wenn wir einmal im Jahr dem hektischen Alltag entrinnen und unserer Verstorbenen gedenken. Der 1. November, Allerheiligen, ist dafür vorgesehen. Auf den Friedhöfen ist sichtlich mehr los als sonst, wenn alle die Gräber ihrer Verstorbenen ganz besonders schön schmücken, damit alles für Allerheiligen vorbereitet ist.

Allerheiligen und Allerseelen haben ihren Ursprung in Rom und verbreiteten sich ab dem 8. Jahrhundert über ganz Europa aus. An diesen kirchlich festgesetzten Tagen im November wird allen Heiligen und insbesondere aller Toten gedacht. Auf den Friedhöfen werden traditionell die Gräber geschmückt und winterfest gemacht. Das Gedenken an die Verstorbenen tritt mehr als sonst in den Vordergrund.

Die Natur kümmert sich um die Grabpflege

Wer sich allerdings der Sorge um die Pflege seiner Grabstätte entziehen will, hat jetzt mit der der Naturbestattung auf der Purkersdorfer Feilerhöhe, mitten im Wald, die Möglichkeit dazu. Denn die Grabpflege selbst übernimmt die Natur mit ihrem herbstlichen Blätterkleid. Für viele, die sich für einen Naturbestattungsplatz entschieden haben, bedeutet es nicht nur die würdevolle Alternative zum Friedhof, sondern auch ein Stück Sorgenfreiheit. Niemand muss mit der Grabpflege belastet werden.

x  |  NOEN, Neumayr/MMV/paxnatura

Die Lebensumstände in unserer Gesellschaft haben sich gravierend geändert. Die klassische Großfamilie wird zunehmend seltener, die Anzahl der Einzelhaushalte steigt. Da wird es auch mit der Grabpflege schwierig. Viele Hinterbliebene leben weit verstreut oder möchten niemanden mit der Grabpflege belasten.

Auch die Bestattungskultur selbst erfährt zunehmend eine Änderung. Mittlerweile lässt sich in Österreich gut die Hälfte der Verstorbenen einäschern. Traditionelle Trauerrituale werden oft durch Zeremonien ersetzt, die sich am Lebensweg des Einzelnen orientieren.

Die persönliche Vorsorge ist wichtig

In Salzburg gibt es „paxnatura Naturbestattung“ seit fünf Jahren. In dieser Zeit wurden auf vier Salzburger Naturflächen rund 400 Personen beigesetzt. Auf der im August 2015 eröffneten Fläche in Purkersdorf haben ebenfalls erste Bestattungen stattgefunden. Dazu kommen bei allen Flächen Vorsorgeverträge: Generell zeigt sich, dass rund 75 Prozent der Grabplätze zu Lebzeiten erworben werden, damit man die Hinterbliebenen mit dieser Entscheidung nicht alleine lässt und vorsorgt.

Erste Erfahrungswerte auf der Feihlerhöh in Purkersdorf zeigen, dass sich das Einzugsgebiet aus 44 Prozent Wien und 48 Prozent Niederösterreich zusammensetzt, die verbleibenden 8 Prozent kommen aus der Umgebung von Purkersdorf. Da die Fläche aber erst vor zwei Monaten eröffnet wurde sind diese Zahlen mit Vorsicht zu lesen.