Erstellt am 26. Februar 2016, 04:59

von Jacqueline Kacetl

Patres auf Ebners Spuren. Drei italienische Theologen reisten nach Gablitz, um Einblicke in Leben und Werk des in der Wienerwaldgemeinde tätigen Philosophen Ferdinand Ebner zu gewinnen.

Don Mattia Francesco, Don Giulio Osto und Don Davide Gimberi besuchten das von Renate Grimmlinger geleitete Heimatmuseum.  |  NOEN, Glazmaier

Eine Spurensuche nach dem Philosophen Ferdinand Ebner (1882-1931), der bis zu seinem Tod in Gablitz lebte und arbeitete, führte drei italienische Geistliche in die kleine Wienerwaldgemeinde.

Don Mattia Francesco, Don Giulio Osto und Don Davide Gimberi besichtigten die Wohnhäuser Ebners (Hauptstraße 17 und 29 sowie in der Swoboda-Villa, Linzerstraße 68) und besuchten sein Grab am Gablitzer Friedhof.

Einen Stopp legten die Italiener auch im Heimatmuseum ein. Kustodin Renate Grimmlinger, Verfasserin einer Biographie über den großen Denker und Volksschullehrer, führte die Gäste durch das Museum. In der Dauerausstellung sind der Schreibtisch, die Bücherkästen und eine von dem österreichischen Künstler Josef Humplik angefertigte Büste Ebners zu sehen.

"Ebner sorgt für unglaubliche Resonanz"

„Es ist unglaublich, welche Resonanz Ferdinand Ebner in anderen Ländern findet, und wie wenig er hier oft geschätzt wird“, so Heimatmuseum-Kustodin Renate Grimmlinger. Die Pädagogin vermutet, dass Ebner als Mensch nicht sehr umgänglich gewesen sei: „Er war ja oft sehr krank und litt an Selbstzweifeln und Depressionen.

Außerdem sind seine Schriften schwierig zu verstehen.“ In Theologenkreisen werde Ebner jedoch sehr geschätzt. Die Werke des Philosophen wurden in viele Sprachen übersetzt und werden heute neu aufgelegt. Grimmlinger: „Es gibt mehr als 150 Aufsätze und Bücher sowie viele Dissertationen, die sich mit Ebners Schriften befassen.“

Die drei interessierten Besucher aus Italien zeigten sich erfreut über die bei ihrem Besuch in Gablitz gewonnenen Eindrücke. Im Gästebuch des Heimatmuseums hinterließen sie Worte der Wertschätzung für den Philosophen: „Ebner always teaches us to discover the mystery of word.“