Purkersdorf

Erstellt am 19. Oktober 2016, 04:43

von Jacqueline Kacetl

Bühne: Leeres Bewusstsein und Schwachsinn. In „The Making of Dada“ nimmt Alf Poier die Besucher auf eine ganz private Zeitreise mit.

Durch die Irrungen und Wirrungen seines jugendlichen Ichs führt Alf Poier in seinem neuen Programm, das keines sein will.  |  Kacetl

„Kein Kabarettprogramm im herkömmlichen Sinne“ versprach Alf Poier im Vorfeld von „The Making of Dada“. Und das war es auch: Ein Rückblick auf fünfzig Jahre Alf Poier. Tagebuchauszüge mit intimen Einblicken in die Seele eines verwirrten steirischen Jugendlichen.

Ein emotionales Auf und Ab zwischen Aufbruch und Tristesse, das sich zwischen den Eckpunkten Berufsfindung, Tanzband und vergeblichen Bemühungen um das andere Geschlecht bewegt. Aber das garantiert jugendfrei mit gewohnt hohem Humor-Faktor.

"Vielleicht sollte ich alles hinter mir lassen"

In einsamen Nächten vertraut der 23-jährige Alf seinem Tagebuch in etwa Folgendes an: „Früher war alles klar, jetzt weiß ich nichts mehr. Vielleicht sollte ich alles hinter mir lassen.“ Garniert wird das mit Liedern im Austropop-Stil wie „Wer bin I“ – Lieder, die nie in die Öffentlichkeit gelangten, weil sich kein Label für sie erwärmen konnte.

Im zweiten Teil dominiert der öffentliche Alf: Es gibt Erläuterungen seiner Kunstwerke mit Titeln wie „Zebras und Spiegeleier“. Poier: „Meine Kunst bewegt sich zwischen kontemplativem leeren Bewusstsein und dem größten Schwachsinn.“ Eben Dada im Poier’schen Sinn.