Erstellt am 22. September 2015, 15:07

von Christoph Hornstein

Purkersdorf-Gablitz: Gemeinde-Hochzeit?. Gablitz und Purkersdorf trennt die Ortstafel. Jetzt sollen sie durch den Bezirk zerrissen werden. Warum nicht gleich fusionieren?

Bürgermeister Karl Schlögl ist die große Bedeutung des Jugendzentrums für Purkersdorf bewusst.  |  NOEN, privat, Archiv

Seit jeher gehören die Stadtgemeinde Purkersdorf und die Gemeinde Gablitz irgendwie zusammen. Wie sich sicher einige Purkersdorfer erinnern können, hieß auch die Bahnstation im Purkersdorfer Zentrum „Purkersdorf-Gablitz“, bevor sie vor ein paar Jahren in Purkersdorf-Zentrum umgetauft wurde. Auch auf kommunaler Ebene gibt es viele Gemeinsamkeiten. Durch die Auflösung des Bezirks Wien Umgebung sollen jetzt die beiden Gemeinden verschiedenen Bezirken zugeteilt werden. Purkersdorf zu St. Pölten und Gablitz zu Tulln. Das ist beiden Bürgermeistern nicht recht.

„Ich bin sehr optimistisch, dass Purkersdorf und Gablitz nicht auseinandergerissen werden und der Gerichtsbezirk Purkersdorf zusammenbleiben wird. Dafür gibt es vom Land positive Signale“, so Bürgermeister Karl Schlögl (SPÖ). Die zwei Gemeinden seien zusammengewachsen. Es sei Schwachsinn, die eine Gemeinde nach Tulln und die andere nach St. Pölten zu geben.

„Das ist eine Entscheidung von Gablitz.
Wenn Gablitz das will, gerne. Wir betreiben
das jedenfalls nicht.“ Bürgermeister Karl Schlögl

x  |  NOEN, privat

Das deckt sich auch mit der Ansicht des Gablitzer Bürgermeisters Michael Cech (ÖVP): „Grundsätzlich unterstütze ich jede Initiative zur Verwaltungsvereinfachung und Bürokratieabbau. Dies darf jedoch auf keinen Fall auf Kosten der Bürger gehen. Die Dienstleistungsqualität der Verwaltung hat zu steigen und nicht zu sinken.“ Die Zuordnung von Gablitz zum Bezirk Tulln sei zwar von der Distanz positiv zu sehen, jedoch ist die Verbindung mit öffentlichen Verkehrsmittelnd denkbar schlecht und daher unbedingt zu verbessern.

Cech sieht eine Trennung von Purkersdorf und Gablitz sehr problematisch: „In den vergangenen Jahren haben wir die Zusammenarbeit mit Purkersdorf sehr intensiv ausgebaut.“ Ein Ergebnis sei der gemeinsame Musikschulverband sowie intensive Zusammenarbeit in kommunalen Bereichen. Die BH-Außenstelle sowie das Bezirksgericht vor der Haustüre seien wesentliche Einrichtungen für die Gablitzer Bürger, das Gymnasium Purkersdorf die höhere Schule für Gablitzer Schüler.

Warum nicht gleich zusammenlegen?

Cech werde jedenfalls mit aller Kraft darauf drängen und daran arbeiten, dass es für die Gablitzer keine Nachteile durch die Reform gibt. „Aus diesem Gesichtspunkt wäre die Einbindung der Bürgermeister zu
einem früheren Zeitpunkt, nicht erst parallel zur Pressekonferenz, sehr wünschenswert gewesen“, ist Cech mit der Vorgangsweise des Landes NÖ augenscheinlich nicht zufrieden.

Die aktuelle Auflösung des Bezirks soll nur der Beginn einer umfassenden niederösterreichischen Verwaltungsreform sein. Weitere Bezirke und Gemeinden sollen zusammengelegt werden. Purkersdorf und Gablitz trennt nur die Ortstafel. Ist eine Gemeindezusammenlegung für Schlögl denkbar?
„Dieses Thema ist für mich nicht aktuell und wichtig.

Außerdem ist das eine Entscheidung von Gablitz. Wenn Gablitz das will, gerne. Wir betreiben das jedenfalls nicht. Cech sieht darin keinen Sinn: „Dafür sind die beiden Gemeinden zu groß und das Einsparungspotenzial zu gering.“ Außerdem wäre die Gablitzer Bevölkerung dagegen: „Die Gablitzer lieben den dörflichen Charakter von Gablitz.“