Erstellt am 04. November 2015, 05:37

„Ich hab Angst um mein Kind“. Eine Familie in der Tullnerbachstraße wird tyrannisiert. Wer dahinter steckt, weiß noch niemand.

Das behinderte Kind Marlene und Mutter Martina Hess (r.). Beide haben sie Angst vor unerklärlichen Anschlägen in ihrem unmittelbaren Umfeld.  |  NOEN, Foto: Hornstein
Sie hat einfach nur Angst. Seit November 2014 wird sie und ihre kleine Familie tyrannisiert. Insgesamt neun Anschläge musste Martina Hess seit November 2014 hinnehmen. Allesamt bei der Polizei gemeldet. Die Polizei arbeitet zwar auf Hochtouren, tappt aber noch im Dunkeln. „Das muss aufhören“, so die 47-jährige Mutter eines behinderten Kindes. Damit es aufhört, wendet sich Martina Hess an die breite Öffentlichkeit und erzählt ihre Geschichte der NÖN.

„Das alles geht gezielt gegen mich oder
mein Kind. Ich weiß mir nicht mehr zu helfen.“
Martina Hess, Mutter eines behinderten Kindes

Zu dritt lebt die Familie seit 1999 in einer kleinen Eigentumswohnung in der Purkersdorfer Tullnerbachstraße. Martina Hess, ihr behindertes Kind, die 17-jährige Marlene Kohlbacher, und ihr Lebensgefährte Wolfgang Mayr. Seit November 2014 passieren in der unmittelbaren Umgebung der Familie seltsame Dinge, die allen Angst machen.

Eines Abends fand die Familie ein eingeritztes Hakenkreuz und eine Sanduhr auf ihrer Eingangstüre. Danach wurden die Reifen des Wagens der Mutter aufgestochen. Dann fanden sie eine demolierte Eingangsglocke vor. Mit einem Stein wurde ihre Balkontür eingeschlagen.
Am 26. Oktober glaubten sie, den letzten Akt der Bosheit entdeckt zu haben. Der Lack des Autos, das auf ihre behinderte Tochter zugelassen ist, wurde mit einem Schraubenzieher oder Ähnlichem beschädigt.

Behinderte Tochter leidet unter Terror

„Teilweise ist meine behinderte Tochter unweigerlich bei diesen anonymen Aktionen gegen mich und mein unmittelbares Umfeld anwesend“, so die besorgte Mutter. In der Nacht von 26. auf 27. Oktober hat ihre Tochter – nachdem die Familie wieder zur Polizei musste und dort Fotos, Lokalaugenschein sowie eine Anzeige aufgenommen wurden – mit einem massiven Psoriasis-Schub reagiert, was einen Arztbesuch am
28. Oktober erforderlich machte. „Mein Kind hat schon schwerste psychische Irritationen nach dem neuerlichen Vorfall gezeigt. Diese Irritationen belasten uns nachhaltig“, so Mutter Martina Hess.

Ein Tag nach dem Besuch der NÖN in der Wohnung von Martin Hess kam eine weitere Schreckensmeldung: „Wir wollten Marlene quasi aus dem Schussfeld zur Oma bringen. Beim Auto mussten wir feststellen, dass gegen den linken Außenspiegel getreten wurde, sodass dieser gegen die Fahrtrichtung verbogen war“, berichtet Wolfgang Mayr. Aufgrund der Parkplatzsituation könne das nicht durch Vorbeigehen oder Vorbeifahren passieren, sondern nur mutwillig geschehen. „Wir brachten Marlene, um ihr einen dritten Gang zur Polizei zu sparen, zuerst zur Oma und haben anschließend bei der Polizei Purkersdorf diesen Akt wieder angezeigt.“

Die Absicht ist: Angst machen

Die Angst von Martina Hess wird größer, was vermutlich auch die Absicht der Aktionen ist. „Das alles geht gezielt gegen mich oder mein Kind. Ich weiß mir nicht mehr zu helfen, deswegen will ich es jetzt öffentlich machen“, ist Martina Hess verzweifelt. Warum das alles passiert, können sich Martina Hess und Wolfgang Myar nicht erklären.

„Offensichtlich will uns hier jemand nicht haben oder weghaben“, so Mayr. Mit den anderen Wohnungseigentümern gäbe es aber keine Probleme. Im Gegenteil, es sei ein nettes Miteinander im Haus.
Besonders das Hakenkreuz an der Wohnungstüre macht Martina Angst. Sie fürchtet sich in der Garage des Hauses, und alleine zu Hause ist Marlene auch nicht mehr.

„Ich frage mich immer, was ist das Nächste? Wird mich und meine Tochter jemand mit einem Messer attackieren?“ Die NÖN fragte auch bei der Purkersdorfer Polizei nach. Die Beamten bestätigten die Anzeigen, konnten oder durften aber nichts Genaues sagen. Nur das: „Wir arbeiten auf Hochtouren und haben schon viele Spuren aufgenommen.“