Erstellt am 16. März 2016, 04:44

von Martin Gruber-Dorninger

Purkersdorf verspricht Maßnahmen. Andrea Kdolsky übernimmt medizinische Erstuntersuchung. Integration wichtig.

Im Gebäude des ehemaligen Diebl-Drucks sollen Mitte/Ende April 42 Asylwerber untergebracht werden. Die Stadtgemeinde setzt auf ein großes Maßnhamenpaket  |  NOEN, Trenker

Die Aufregung und Beunruhigung bei den Purkersdorfern ist immer noch recht groß. Der Grund: Ab Mitte/Ende April sollen 42 unbegleitete minderjährige männliche Flüchtlinge in das Gebäude des ehemaligen Dibl-Drucks in der Wintergasse einziehen.

Bei einer ersten Infoveranstaltung Mitte Februar gingen die Wogen hoch. Die Stadtgemeinde, allen voran Bürgermeister Karl Schlögl, Susanne Bollauf und Marga Schmidl, versuchte durch gezielte Aktionen zu beruhigen. Vergangene Woche fand ein weiterer Infoabend mit den unmittelbaren Anrainern statt. Karl Schlögl präsentierte dabei einen Maßnahmenkatalog und versprach: „Sollte sich einer daneben benehmen, dann gibt es sofort harte Konsequenzen. Das wird den Burschen gleich bei der Ankunft mitgeteilt.“

Maßnahmenkatalog für neue Purkersdorfer

Die städtischen Maßnahmen umfassen eine 24-Stunden-Betreuung der Flüchtlinge durch mindestens zwei Personen des Vereins menschen.leben. Weiters sollen die öffentlichen Beleuchtungen rund um das neue Quartier optimiert und ein Sichtschutz installiert werden.

In einem Gespräch mit der ehemaligen Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky konnte Schlögl auch jemanden für die

Durchführung einer ersten medizinischen Grunduntersuchung gewinnen. „Ich konnte Schlögl von meinen Erfahrungen im Lager in Traiskirchen mitteilen und hab ihm meine Hilfe hier in Purkersdorf angeboten“, erklärt Andrea Kdolsky gegenüber der NÖN.

„Ich habe Karl Schlögl meine Hilfe hier in Purkersdorf angeboten.“ Andrea Kdolsky, ehemalige Gesundheitsministerin

Die Maßnahmen greifen aber noch weiter, so wurde auch eine Haftpflichtversicherung für die Neuankömmlinge abgeschlossen. Außerdem erhofft sich Schlögl eine Menge vom Patenschaftsmodell, das Susanne Bollauf und Marga Schmidl ins Leben gerufen haben. „Am 31. März wird es hierzu eine Veranstaltung geben. Jeder Purkersdorfer, der ein wenig Zeit erübrigen möchte, kann sich daran beteiligen“, sieht Schlögl hier den Schlüssel für eine gelungene Integration.

Sportvereine wie der FC Purkersdorf, ASKÖ, Union und die Musikschule werden ebenfalls ein Angebot für die neuen Purkersdorfer bereithalten. „Wir planen auch einen großen Willkommensbesuch, um Barrieren abzubauen und den Asylwerbern unsere Vorstellungen näher zu bringen“, verspricht Bürgermeister Karl Schlögl.Von Martin Gruber-Dorninger