Erstellt am 15. Juni 2016, 05:15

von Martin Gruber-Dorninger

Purkersdorfer fahren billiger. VOR stellt Tarifsystem um. Gemeinden und Städte profitieren. Stadtpolitiker zufrieden, wollen aber noch mehr.

Viele Stockerauer Pendler sind mit dem neuen Fahrplan unzufrieden. Auch Schüler klagen über Veränderungen.  |  NOEN, ÖBB

Die Purkersdorfer NÖN hat bereits Anfang Mai mit "VOR senkt Tarife für Purkersdorf". Damals war das zwar noch nicht ganz offiziell, aber dennoch richtig. In der Vorwoche kam dann auch vom Verkehrsverbund Ostregion (VOR) die Bestätigung: „Es wird ein neues Tarifsystem geben.“

Neuer Tarif ab 6. Juli

Seit gut zehn Jahren tüftelt der VOR daran. Durchsichtiger soll es sein und die teils willkürlichen Zonen aufgehoben werden. Nun steht es fest und wird ab 6. Juli in die Tat umgesetzt. Möglich wurde dies durch die Zusammenlegung des VOR und des Verkehrsverbundes Niederösterreich, Burgenland (VVNB). „Profitieren werden vor allem jene Gemeinden und Städte, die sich nahe an Wien befinden. Dort wird es teilweise empfindlich billiger“, spielt VOR-Pressesprecher Georg Huemer auf den Preis der neuen Jahreskarte an, die für diese Gemeinden 175 Euro günstiger sein wird, auch für Purkersdorf .

175 Euro im Jahr Ersparnis

„Was wir bereits vor ein paar Wochen für Purkersdorf bekannt gegeben haben, ist jetzt offiziell. Ab 6. Juli werden die Öffis nach Wien massiv günstiger - die Pendler ersparen sich künftig 175 Euro im Jahr“, jubelt ÖVP-Purkersdorf-Chef Andreas Kirnberger. Damit erfülle sich eine langjährige Forderung der ÖVP Purkersdorf, die über Jahre hinweg vom Verkehrsverbund eine „Abdämpfung“ des Zonensprungs eingefordert habe. „Ich freue mich, dass der VOR mit seiner Tarifreform unserer Forderung nachgekommen ist“, erklärt Kirnberger und erhält Unterstützung durch VP-Klubobmann Florian Liehr: „Die neuen Tarife mildern den Zonensprung nach Wien stark ab. Damit wird der Umstieg auf die öffentlichen Verkehrsmittel für den Arbeitsweg nach Wien sehr attraktiv.“ An der Vertaktung könne man aber noch schrauben. „Mein nächstes Ziel ist es, das Abendangebot im öffentlichen Verkehr auszubauen, da wäre eine Nachschärfung notwendig“, so Liehr.

Auch für Bürgermeister Karl Schlögl ist das neue Tarifsystem eine deutliche Verbesserung. „Dennoch fordere ich immer noch die Ausweitung der Wiener Kernzone bis Tullnerbach“, so Schlögl.

„Mein nächstes Ziel ist es, das Abendangebot im öffentlichen Verkehr auszubauen.“ Florian Liehr, Klubobmann der ÖVP Purkersdorf

Die Stadträtin für Verkehr, Christiane Maringer (Liste Baum&Grüne) stößt in dasselbe Horn: „Alles was das Bahnfahren attraktiver macht, begrüße ich sehr. Eine Vereinheitlichung der Verkehrsverbünde zählt dazu.“ Dennoch ruft sie in Erinnerung, dass doppelt so viele Menschen mit dem Auto wie mit öffentlichen Verkehrsmittel nach Wien fahren.

„Lediglich 377 Menschen haben in Purkersdorf eine Jahreskarte dafür gelöst. Es gilt also, noch deutlich mehr Anstrengungen zu unternehmen, um das Bahnfahren zu stärken“, so Maringer. Eine weitere Verbilligung und Vereinfachung des Systems wäre also jedenfalls erwünscht.

Die künftigen Tarife

Jahreskarte für Purkersdorf-Wien: 605 Euro (bisher: 780).

Monatskarte für Purkersdorf - Wien: 72,20 Euro (bisher: 89,70).

Einzelticket für Purkersdorf inklusive Wien: 3,90 Euro (bisher: 4,40)/Einzelticket für Purkersdorf: 1,70 (bisher: 2,20).

Einzelticket Purkersdorf - St. Pölten: 11 Euro (bisher: 8,80).

Jahreskarte Purkersdorf - St. Pölten: 1.588 Euro (inklusive Bus), bisher 1.223 (ohne Bus).

Einzelticket Tullnerbach/Pressbaum - Wien: 4,40 Euro inklusive Zone Wien (bisher 4,40).

Einzelticket Tullnerbach/Pressbaum - St. Pölten: 9,90 Euro inklusive Stadtbus (bisher 8,80).

Quelle: vor.at/tickets/vor-tarifsystem