Erstellt am 17. Oktober 2016, 16:00

von Claudia Stöcklöcker

Acht Jahre Gefängnis für Gewalttäter. 33-Jähriger soll seiner Freundin, die er über das Internet kennenlernte, das Leben zur Hölle gemacht haben. Senat verhängte Einweisung in Anstalt für geistig Abnorme.

Ein Gewalttäter gegen eine Frau fasste acht Jahre Gefängnis aus.  |  NOEN, shutterstock/Kamira

„Der Betroffene sieht Menschen als Spielfiguren, die ihm unterworfen sind, besonders Frauen“, sagt Psychiater Werner Brosch im Prozess gegen einen 33-Jährigen. Vergewaltigung, versuchte Nötigung und gefährliche Drohung wird diesem vorgeworfen. Schuldig bekannte sich der Serbe schon am ersten Prozesstag im Mai nicht. „Ich sitze in U-Haft für etwas, was ich nicht gemacht habe“, erklärte er.

Im Internet lernte der Angeklagte, wie berichtet, seine Freundin kennen, im gemieteten Haus im Bezirk soll er sie vergewaltigt haben. „Er hat das Opfer an den Haaren gerissen, es geschüttelt, am Boden fixiert und den Kopf der Frau gegen den Türstock geschlagen“, erklärte bereits die Staatsanwältin. Verletzungen beim Opfer bestätigten Zeugen. Auch gedroht habe der Angeklagte mit den Worten: „Du bekommst, was du verdienst, du wirst büßen, für das, was du mir angetan hast. Ich werde dich abstechen und am Straßenrand liegen lassen.“

„Es gibt keine andere Möglichkeit zur Gefahrenabwehr als die Einweisung“

Werner Brosch, Psychiater

Für den Psychiater steht nun fest: „Der Angeklagte leidet an einer Persönlichkeitsstörung. Er ist narzisstisch, kann die Welt nur aus seiner Perspektive sehen. Er meint, dass er andere Rechte als andere habe, und kann übliche soziale Rollen nicht einhalten. Geringe Frustration kann heftige Reaktionen verursachen“, sagt Psychiater Werner Brosch. Und weiters: „Die Prognose ist ungünstig, die Störung schwer zu behandeln, weil weder Problembewusstsein noch Kritikfähigkeit vorhanden sind.“

In Beziehungen, so der Psychiater, werde der Angeklagte auch in Zukunft Unterordnung einfordern und mit ähnlichen Taten wäre in Zukunft zu rechnen. „Es gibt keine andere Möglichkeit zur Gefahrenabwehr als die Einweisung“, sagt Brosch. Und über das Opfer: „Sie leidet an Flashbacks, ist hochgradig ängstlich, in Alarmstimmung, leidet an postraumatischer Belastungsstörung.“

Der Senat verhängt über den Vorbestraften acht Jahre Gefängnis und spricht die Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher aus. Damit einverstanden ist der 33-Jährige nicht, er legt sofort Berufung ein.