Erstellt am 31. Januar 2018, 05:45

von Martin Gruber-Dorninger

FPÖ schwächelt im "Speckgürtel". VP verliert, SPÖ gewinnt teilweise stark dazu. Grüne und NEOS zeigen sich im Trend der Regionen rund um Wien.

Michael Holzer, Jürgen Sykora, Elisabeth Mayer, Kandidat Andreas Kirnberger und Albrecht Oppitz feierten den Wahlausgang in Purkersdorf.  |  NOEN, privat

So unterschiedlich kann Freud’ und Leid’ empfunden werden. Trotz leichter Verluste feiert sich die ÖVP als großen Wahlsieger. Die FPÖ gewinnt hingegen stark hinzu, wird aber dennoch als Wahlverlierer wahrgenommen. Auch die Region Purkersdorf liegt hier im Trend des gesamten Landes, mit Ausnahme der Besonderheiten des Wiener Speckgürtels. Die da lauten: Grüne und NEOS überdurchschnittlich stark, die FPÖ überdurchschnittlich schwach.

FPÖ überdurchschnittlich schwach in der Region Purkersdorf

Von einer Niederlage der FPÖ in der Region zu sprechen, ist natürlich weit hergeholt, beziehungsweise nicht korrekt. In allen Gemeinden der Region legten die Freiheitlichen zu. Im Landesvergleich ist der Anteil der Blauwähler jedoch geringer. In Tullnerbach belegt die FPÖ gar nur den letzten Platz und gehört somit zu den FPÖ-Flop-Gemeinden des Wahlkreises. „Ich finde, es ist fehl am Platz, wenn gesagt wird, dass die FPÖ ihre Ziele nicht erreicht hat. Wir haben überall dazugewonnen und das teilweise sehr deutlich. Für mich ist das der größte Wahlerfolg der FPÖ überhaupt“, will sich FP-Regionssprecher Martin Cipak den Wahlerfolg nicht madig machen lassen.

Jubelstimmung herrschte bei der ÖVP. Regionssprecher Michael Strozer bezeichnet das Wahlergebnis als „sensationell“. „Es ist großartig, dass Hanni die Absolute gehalten hat“, so Strozer. Dass die ÖVP gerade in Purkersdorf, trotz des Kandidaten Andreas Kirnberger verloren hat, führt Strozer auf das Engagement von Karl Schlögl zurück. „Er hat im Wahlkampf in der Region eine große Rolle gespielt. Schlögl kann mit Schnabl sehr gut und hat sich auch entsprechend ins Zeug für ihn gelegt“, analysiert Strozer. Ansonsten gehören auch Pressbaum und Wolfsgraben zu jenen Gemeinden mit den höchsten Verlusten der Bezirks-VP.

VP-Sprecher gegen Beteiligung Landbauers

Bei der Frage der Zusammenarbeit mit FPÖ-Landbauer in der Landesregierung folgt Strozer der Meinung seiner Landeschefin: „Nein, Landbauer soll nicht Landesrat werden. Es gilt natürlich die Unschuldsvermutung. Aber wenn er als Vizechef dieser Burschenschaft nichts von den Liedern mitbekommen haben soll, dann ist das nur schwer zu glauben.“

VP-Kandidat Andreas Kirnberger freute sich in erster Linie über das Ergebnis auf Landesebene. „In Purkersdorf ist es wieder ein klarer Wahlsieg der ÖVP geworden. Ein Ergebnis, das aufgrund der absoluten Mehrheit der SPÖ in der Stadtregierung umso bemerkenswerter ist“, sagt Kirnberger gegenüber der NÖN.

Kirnberger strebte das dritte Direktmandat der ÖVP an, um in den Landtag einzuziehen. Dieses wurde knapp verpasst (mehr dazu lesen Sie im Artikel darunter).

Die SPÖ freute sich ebenfalls über das Wahlergebnis. In den Städten Purkersdorf (+10 Prozent) und Pressbaum (+7 Prozent) legte die SPÖ sogar deutlich zu. „Das Ergebnis ist in meinen Augen sogar sensationell. Wir haben in allen Gemeinden dazugewonnen und sind weit über dem Landesschnitt“, ist Regionssprecher Christian Putz nahezu euphorisch. Purkersdorfs Bürgermeister Karl Schlögl lobt den Wahlkampf der SPÖ in der Region: „Da sieht man einmal, was alles möglich ist, wenn man wirklich dahinter ist. Und das waren wir dieses Mal.“

Karl Höbling, Robert Winkler, Karl Schlögl, Christian Putz, Michael Seda und Peter Almesberger (v. l.) freuten sich über einen starken Stimmenzuwachs der SPÖim Gasthaus Forthofer.  |  NOEN, Trenker

Große Erleichterung herrschte bei den Grünen, nicht nur auf Landesebene, sondern auch in der Region. „Es ist sehr wichtig, dass wir in den Landtag eingezogen sind und der Macht weiterhin als Kontrollpartei auf die Finger schauen können“, erklärt Regionssprecherin Marga Schmidl. Besonders freue sie aber das Regionsergebnis, wo die Grünen weiterhin deutlich vor der FPÖ liegen. In Wolfsgraben haben die Grünen sogar Stimmen dazugewonnen.

NEOS wollen in mehr Gemeinden Fuß fassen

Die NEOS schafften, auch dank eines starken Ergebnisses rund um Wien, den Einzug in den Landtag. „Für uns bedeutet das, erstens, dass ab morgen die Arbeit für den Landtag losgeht. Zweitens, dass der Schritt in den Landtag eine sehr gute Basis darstellt, um in zwei Jahren bei den Gemeinderatswahlen in weiteren Gemeinden in NÖ Fuß zu fassen“, jubelt Regionssprecher Christoph Angerer.

Alle hätten unglaublichen Einsatz gezeigt und das Ergebnis würde den Trend der Nationalratswahl unterstreichen.