Erstellt am 27. Juli 2016, 07:32

von Martin Gruber-Dorninger und Marlene Trenker

Genuss soll die Touristen locken. Nächtigungen auf 1,53 Millionen gestiegen. Und was Bärlauch künftig damit zu tun haben könnte.

Biosphärenpark-Geschäftsführer Herbert Greisberger mit dem Geschäftsführer der Wienerwald Tourismus GmbH Mario Gruber und dem Leiter des Forstbetriebes Wienerwald Johannes Wimmer (v. l.) bei der Eröffnung eines neuen Tourismusmagneten, nämlich dem Trailpark in Weidlingbach.  |  NOEN, Gruber-Dorninger

Was schon ein bisschen in Vergessenheit geraten ist, ist, dass das Wiental und da vor allem Purkersdorf und Pressbaum, zu einem beliebten Ausflugs- und Urlaubsziel der Wiener gezählt hat. Pressbaum hatte sogar Skipisten und eine Skisprungschanze und galt als eine der größten Tourismusorte in Niederösterreich.

Lang, lang ist es her, dass die Region auf den Tourismus setzte. Doch neue Zahlen lassen hoffen. Der Wienerwald hat touristisch wieder einiges zu bieten und Bärlauch könnte dabei künftig eine Schlüsselrolle einnehmen. – Qualitätstourismus Nächtigungen auf 1,53 Millionen gestiegen. In den letzten zehn Jahren ist die Anzahl der Nächtigungen von 1,36 auf mehr als 1,53 Millionen gestiegen.

Damit ist dieses Gebiet zur erfolgreichsten Urlaubsregion Niederösterreichs aufgestiegen. Der Trend dürfte anhalten, denn in den ersten fünf Monaten des Jahres liegen die Zahlen um 5,4 Prozent über jenen aus dem Vorjahr.

„Mountainbiken ist für uns das neue Skifahren, nur, dass man es ganzjährig durchführen kann.“

Mario Gruber, Geschäftsführer des Wienerwald Tourismus

„Wir wollen die Qualität des Angebots mit Partnern aus dem Beherbergungswesen weiter heben“, nennt Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav ein primäres Ziel der Tourismusstrategie des Landes. Doch nicht nur die Qualitätsschiene ist erfolgreich, es wird auch an neuen Konzepten gefeilt und geplant. In der Vorwoche wurde der Trailpark in Weidlingbach eröffnet, eine Sparte, an der auch das Wiental mitnaschen will.

„Auf der Hohen Wand Wiese wird ein Mountainbike-Zentrum entstehen. Aus ganz Österreich sollen Sportler kommen und sich das anschauen, dass man hier auch ganz passabel fahren kann“, nennt der Geschäftsführer der Wienerwald Tourismus GmbH, Mario Gruber, weitere Ziele. Mountainbiken sei obendrein ein Familiensport und würde so für den Tourismus eine große Chance ergeben.

„Mountainbiken ist für uns das neue Skifahren, nur, dass man es ganzjährig durchführen kann“, ist Gruber vollends überzeugt. Doch alleine der Sport macht noch keinen vollständigen Urlaub aus. Aber auch hier bahnen sich einige interessante Konzepte an. „Stadtrat Wolfgang Kalchhauser aus Pressbaum hat im Frühling einen Bärlauch-Kochkurs organisiert. Mit großem Erfolg“, so Gruber.

Dies könnte ein weiterer Puzzlestein eines erfolgreichen Konzeptes sein. „Der Genuss muss im Vordergrund stehen. Mit dem Bärlauch kann man schon richtig gut arbeiten“, schwärmt Gruber.

Bärlauch als Marke für Region

Wolfgang Kalchhauser ist sehr zufrieden mit den ersten Bärlauchwochen im heurigen Frühjahr. „Meine Erwartungen wurden auf jeden Fall erfüllt“, ist Kalchhauser begeistert. „Was mich besonders freut ist, dass alle mitgemacht haben.

Alle, die ich darauf angesprochen haben, waren von dem Konzept begeister, hielten es für eine gute Idee das zwei Wochen lang zu machen und haben dann auch mitgemacht“, lobt Kalchhauser die gute Zusammenarbeit. Auch im kommenden Jahr wird es die Bärlauch-Wochen wieder geben. „Bärlauch ist sicher etwas, das wir für unsere Region gut vermarkten können.

Für nächstes Jahr gibt es bereits ein ausgearbeitetes Konzept“, so Kalchhauser abschließend. Gasthäuser könnten vermehrt Speisen und Produkte mit Bärlauch anbieten und so eine Marke erzeugen. „Das ist alles erst im Findungs- und Entstehungsprozess, aber wir werden uns bald wieder zusammensetzen und daran feilen“, scheint Gruber dieses Konzept bereits überzeugt zu haben.

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