Erstellt am 17. August 2017, 04:09

von Erna Kazic und Marlene Trenker

Schwammerl: Hochsaison für „Pilze-Polizei“. In der Region gibt es nicht die großen Probleme, wie an anderen Orten. Trotzdem gibt es bestimmte Regeln.

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In Salzburg sorgen Schwammerlsucher immer wieder für Ärger. Eine eigene „Schwammerl-Polizei“ überprüft nun, ob denn nicht zu viele Pilze mitgenommen werden. Ganze Autobusse kommen sogar aus dem Ausland mit Menschen, die sich vermehrt nicht an die Pilzschutzverordnung halten.

In der Region Wienerwald gibt es zwar diese Problematik nicht, trotzdem gibt es Regeln, an die sich alle halten sollten. Der Wienerwald dient als Lebens- und Erholungsraum, in dem es für ein konfliktfreies Miteinander Verbote, Gebote und gegenseitige Rücksichtnahme braucht. Was das Sammeln von Pilzen, Holz, Kräutern und Beeren angeht, gibt es auch hier bestimmte Verhaltensregeln.

Die Kernzonen des Wienerwalds sind als Naturschutzgebiete verordnet. Diese nehmen fünf Prozent der Gesamtfläche des Biosphärenparks ein. Hier ist das Sammeln von Pilzen, Beeren, Kräutern und Holz verboten.

„Kein Waldbesitzer wird sich aufregen, wenn ein paar Menschen kommen, um für den Eigenbedarf etwas zu sammeln“Fritz Holzinger, Förster

Die Schwammerl sind in den letzten Jahren ohnehin weniger geworden. „Die Sommer waren in den letzen Jahren eher trocken und daher gab es auch weniger Schwammerl“, weiß Förster Fritz Holzinger.

Wenn man fündig geworden ist, sollte man beachten, nur den Fruchtkörper abzuschneiden und nicht den gesamten Pilz.

„Kein Waldbesitzer wird sich aufregen, wenn ein paar Menschen kommen, um für den Eigenbedarf etwas zu sammeln. Wenn ein Autobus mit Menschen kommt, die alles abernten, um es dann selber zu verkaufen, gibt es ein Problem“, so Holzinger. Eine Übernutzung ist generell schlecht „Die Menschen sollten auch in diesem Fall einfach vernünftig vorgehen“, sagt Holzinger.

Schwammerl von Mai bis November

Der Wolfsgrabner Franz Kramel ist seit Jahren ein begeisterter Schwammerlsucher. „Am meisten findet man Steinpilze, Eierschwammerl, Herrenpilze und Parasol“, weiß Franz Kramel und fügt hinzu: „Grüntäubling und Blautäubling sind vor allem im Nadelwaldgebiet häufig zu finden.“

Der erfahrene Schwammerlsucher hat auch Tipps, wenn es dann um den Verzehr geht: „Man sollte sie relativ bald verarbeiten. Außerdem sollte man Schwammerl nicht am Abend essen“, so Kramel.

Die meisten Pilze sind im Hochwald mit großen und starken Bäumen zu finden. „Hier kann man oft noch bis in den November welche finden. Das Laub erschwert die Suche jedoch schon sehr“, so Holzinger.

Prinzipiell könnte man bereits ab Mai in den Wald gehen und Schwammerl finden. „Man findet dann aber eher wenige. Außerdem gilt die Devise ,Je später, um so schöner sind die Schwammerl‘, sagt Kramel. Wärme und Feuchtigkeit sind für Schwammerl am allerwichtigsten. „Wenn es nicht regnet, dann gibt es auch keine Schwammerl.

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