Erstellt am 16. November 2015, 13:37

von Martin Gruber-Dorninger

Rudi Dolezal: „Ambros ist schuld daran“. Der Purkersdorfer Rudi Dolezal geht mit „Dolezal Backstage“ auf Servus TV auf Sendung. Mit der NÖN spricht er über das Format und seinen Bezug zu Purkersdorf.

Bei der Präsentation von »Dolezal Backstage« im Filmcasino überzeugten sich auch Zabine Kapfinger und Reinhold Bilgeri begeistert.  |  NOEN, Foto: privat

Jeder Musikliebhaber kennt ihn, Rudi Dolezal, Musikkenner und einer der berühmtesten Musikfilmmacher der Welt. Seit rund 30 Jahren lebt er in Purkersdorf und ist nach wie vor mit den großen Stars der Pop- und Rockmusikszene auf Du und Du. Auf Servus TV präsentiert er nun jeden Donnerstag im Hauptabendprogramm seine Erlebnisse mit Falco, Freddie Mercury, den Stones und vielen mehr in „Dolezal Backstage“. Mit der NÖN sprach er vorab über Purkersdorf und das Fernsehformat.

NÖN: Warum haben Sie sich für das Erzählen der Geschichten das Fernsehen ausgesucht? Wäre ein Buch nicht geeigneter?
Rudi Dolezal: Die Idee, diese vielen Geschichten an die Öffentlichkeit zu tragen, entstand in den letzten Jahren. Wo immer ich hinkomme, werde ich gefragt „Wie war das damals, wie ist der so, stimmt das alles, was da berichtet wird?“ Ich habe stundenlanges theoretisches Wissen darüber, das will ich nun transportieren. Dass es das Fernsehformat geworden ist, entstand zum einen durch das Interesse von „Servus TV“, zum anderen verfüge ich über 40.000 Stunden Videomaterial über die Pop-Kultur. Das soll in meine Erzählungen einfließen.

Und an ein Buch haben Sie auch schon gedacht?
Ja, die Idee gibt es und auch den Willen es zu schreiben. Allerdings hatte ich bisher keine Zeit. Ich habe mir aber vorgenommen, das in den Weihnachtsfeiertagen anzufangen.

Was hat Sie eigentlich nach Purkersdorf verschlagen?
Der Austropop ist schuld, dass ich hier gelandet bin. Besser gesagt Wolfgang Ambros, der ein Haus in Pressbaum hatte. Wir hatten immer eine Bauernschnapser-Runde. Ambros, Georg Danzer, Wilfried und ich waren daran beteiligt. Eines Tages haben wir alle ein bisschen viel getrunken. Ambros hat mir angeboten, hier zu übernachten. Als ich dann am nächsten Tag aufgestanden bin, hab ich meine Geschäfte in Ambros’ Garten per Handy, damals noch eine Art Reisekoffer, erledigen können. Und ich habe es überhaupt nicht glauben können. Ich hatte inmitten der Natur mein Büro. Die Vöglein haben gezwitschert, die Luft war rein. Dann habe ich mich nach einem Haus in Purkersdorf umgeschaut und mich sofort in ein Haus verliebt, jenes, in dem ich immer noch heute wohne.

Wie nimmt man das „normale“ Leben wahr, wenn man jahrelang mit Falco, Mercury oder den Stones um die Häuser gezogen ist? Fehlt Ihnen etwas?
Ich sag’ immer, es gab ein Leben vor der Geburt meiner Kinder und eines danach. Ich war nie verheiratet, die Mutter meiner Kinder spielt aber immer noch eine wichtige Rolle für mich. Ich habe das alleinige Sorgerecht für Ruby (12) und Benny (9) erhalten. Mittlerweile sind wir so etwas wie eine richtige Männer-Wohngemeinschaft, die von Tag zu Tag enger zusammenwächst. Ich bin seit sechs Jahren Single. Für eine Frau ist es sicher nicht einfach, in so
eine gewachsene Beziehung mit meinen Söhnen einzudringen. Die muss dann schon wirklich dazu passen.

Was bedeutet Purkersdorf für Sie?
Ich bin in den Ort und die Landschaft richtig verliebt. Hier ist mein Zuhause.

x  |  NOEN, Foto: Privatarchiv_Dolezal

DOLEZAL BACKSTAGE läuft ab 19. November jeden Donnerstag bei „Servus TV“, immer 20.15 Uhr im Hauptabendprogramm. Den ganzen November, Dezember und auch noch im Jänner.

Der Musikfilmregisseur Rudi Dolezal erzählt in einem mitreißenden Medley der kommenden „Backstage“-Folgen Szenen wie: Falco und Brigitta Cimarolli in einem Swinger Club in New York, Freddie Mercurys wilde Geburtstagsfeier im Münchner Nachtclub, aber auch Privates wie seine Hochzeit mit Evi Tauchen im australischen Outback.