Purkersdorf

Erstellt am 13. Oktober 2016, 05:25

von Martin Gruber-Dorninger

Purkersdorf gibt Takt vor. Antrag richtet sich an Entscheidungsträger. Viertelstündlich von Pressbaum nach Wien.

Die ÖVP-Purkersdorf-Gemeinderäte Florian Liehr und Andreas Kirnberger fordern mehr S-Bahnen für Purkersdorf.  |  NOEN, privat

Der öffentliche Verkehr und damit die Verstärkung des S-Bahnangebots in der Region Purkersdorf wurde einmal mehr in der Gemeinderatssitzung thematisiert. Ganz ohne U4-Verlängerungs-Gedanken kam die Diskussion auch dieses Mal nicht aus.

Antrag wurde von Mehrheit beschlossen

SPÖ, Liste Baum & Grüne sowie die NEOS brachten einen Dringlichkeitsantrag ein, indem sich die Gemeinde an die zuständigen Verkehrspolitiker wenden will, noch vor dem nächsten Fahrplanwechsel Maßnahmen zu setzen. Demnach soll unter anderem ein täglicher Viertelstundentakt zwischen 5 und 24 Uhr von Hütteldorf bis nach Tullnerbach-Pressbaum eingeführt werden. Der Antrag wurde mit Mehrheit beschlossen.

Florian Liehr (ÖVP) brachte in dieser Sitzung einen Gegenantrag ein. Darin wollte er den bestehenden Antrag noch um weitere Punkte ergänzen. Er forderte darin nicht nur das Land Niederösterreich, sondern auch Wien zur Umsetzung der Maßnahmen aufzufordern. Außerdem regte er an, dass sich Purkersdorf an einer höheren Vertaktung finanziell beteiligen sollte. „Das ist in anderen Gemeinden absolut üblich. Gerade bei Zugverbindungen am Abend ist die Mitfinanzierung Usus geworden“, argumentiert Liehr. Dabei ginge es lediglich um den symbolischen Charakter.

„Verhandlungsspielraum, den man sich mit dieser Forderung erarbeiten will.“

Die Forderung von Stadträtin Christiane Maringer (LIB & Grüne), einen siebeneinhalb-Minuten-Takt anzustreben, kann Liehr keinesfalls unterstützen. „Das kann ich nur als Wahlkampfgag bezeichnen. Da sind wir ja wieder beim Thema, dass die Züge leer fahren, weil so viele Leute wieder nicht pendeln“, so Liehr. Gegenüber der NÖN spricht Maringer von einem „Verhandlungsspielraum, den man sich mit dieser Forderung erarbeiten will.“ Festhalten will Maringer hingegen an der Weiterführung des engen Taktintervalls bis Tullnerbach/Pressbaum: „Hier ist nach Unterpurkersdorf die erste Möglichkeit, dass Züge aufgrund eines Ausweichgleises auch verschieben können.“

Das Thema U4 wurde nur außerhalb des Gemeinderates weiter diskutiert. Schlögl möchte eine Machbarkeitsstudie abwarten, die von Wiens Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou in Auftrag gegeben werden soll. „In einer ersten Etappe könnte die U4 relativ kostengünstig nach Wien-Hadersdorf verlängert werden“, so Schlögl.

S-Bahn-Vertaktung bis Tullnerbach/Pressbaum

In einer zweiten, Etappe, könnte eine recht kostspielige Verlängerung bis nach Unterpurkersdorf erfolgen. „Da wäre wohl ein zusätzliches Gleis nötig. Außerdem bräuchten wir dann in Unter-Purkerdorf eine Park&Ride-Anlage für maximal 200 Pkw“, erklärt Schlögl. Die Diskussion im Gemeinderat ist ja auf Grund der U-Bahn Pläne des Bürgermeisters aufgekommen. Karl Schlögl: „Zur U-Bahn kann ich nur wiederholen, was ich immer zu diesem Thema sage: Das wäre natürlich großartig, ist aber leider vollkommen unrealistisch.“ Florian Liehr und Klubkollege Andreas Kirnberger halten die Sinnhaftigkeit einer U4 bis Purkersdorf für illusorisch: „Ein U-Bahn Zug fasst 880 Menschen. Aus Purkersdorf pendeln 3.000 Menschen nach Wien. Mit 3,4 U-Bahn Zügen wären alle Pendler nach Wien gebracht.“