Pressbaum

Erstellt am 28. Juli 2016, 05:50

von Martin Gruber-Dorninger

Schmidl-Haberleitner: „Werden die größte Stadt“. Sommergespräch Bürgermeister Josef Schmidl-Haberleitner über das enorme Bevölkerungswachstum in Pressbaum.

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Pressbaum ist die zweite Stadt in der Region Purkersdorf. Wie lange sie noch zweite Stadt bleibt ist fraglich, denn einwohnermäßig holt Pressbaum rasant auf und kratzt bereits an der 10.000er Marke. Dies war aber nur eines der Themen des NÖN-Gesprächs mit Bürgermeister Josef Schmidl-Haberleitner.

Es wird wohl das Ziel sein, im neuen Bezirk St. Pölten-Land in der Region gemeinsam und verstärkt aufzutreten. Wie geht es Ihnen dabei, diese neue Identität zu finden?
Josef Schmidl-Haberleitner: Es geht uns sehr gut, weil wir immer schon sehr stark zusammengearbeitet haben und das von Mauerbach bis Pressbaum. Wir haben teilweise auch gemeinsame Organisationen, die wir miteinander betreiben und die unterstützt werden. Beispielsweise Rotes Kreuz, Samariterbund, die Feuerwehren arbeiten stark gemeindeübergreifend zusammen. Wir waren immer schon stark miteinander verbunden. Zu Tullnerbach und Wolfsgraben haben wir in Pressbaum noch eine zusätzlich starke Verbindung. Das sieht man jetzt wieder beim Müllsammelzentrum. Bei den Schulen ist es auch so.

"Das Miteinander mit Eichgraben und Neulengbach ist ausgesprochen gut"

Pressbaum hat geografisch die Außengrenze der Region zum neuen Bezirk. Wird man daher verstärkt als Schnittstelle fungieren und auch die Fühler vermehrt nach Eichgraben, Neulengbach und St. Pölten ausstrecken?
Das wird kommen. Man merkt, dass die Bezirksgrenze wirklich eine Grenze war. Unsere Orientierung richtete sich in den Bezirk Wien -Umgebung. Jetzt findet da ein Wandel Richtung Westen statt. Das ist auch für uns etwas Neues. Das Miteinander mit Eichgraben und Neulengbach ist ausgesprochen gut. Wir werden als Stadt aufgrund des Zuzuges eine verstärkte Rolle spielen, weil wir in einigen Jahren wahrscheinlich die größte Stadt im Bezirk sein werden.

Ihr rechnet also damit, dass Ihr bald die 10.000 Einwohner-Grenze sprengen werdet?
Wir gehen in diese Richtung. Mit den Nebenwohnsitzern haben wir jetzt schon 9.000. Aufgrund des starken Zuzuges kann man davon ausgehen, dass es in diese Richtung gehen wird.

Dem NÖN-Interview stellte sich nur Bürgermeister Josef Schmidl-Haberleitner. Währenddessen gesellte sich aber auch Vizebürgermeister Alfred Gruber vom Koalitionspartner SPÖ dazu und lauschte dem Gespräch.  |  NOEN, Trenker

Seit fast eineinhalb Jahren gibt es in Pressbaum eine Koalition. Wie geht es Ihnen damit?
Wir haben ein sehr starkes und gutes Miteinander. Darin bringen wir auch sehr viele Großprojekte zustande. Wir sind dabei, das Müllsammelzentrum umzusetzen, junges und leistbares Wohnen zu schaffen und ein weiteres großes Projekt ist die Wasserversorgung für die Siedlung. Das ist uns sehr wichtig und in verschiedenen Bereichen vor der Umsetzung. Es wird alles vorher abgesprochen, und es sind bisher keine Dinge aufgetreten, bei denen wir komplett anderer Meinung wären. Wir ziehen also an einem Strang.

Es scheint auch so, wie in keiner anderen Stadtgemeinde, dass die Opposition stark eingebunden ist. Täuscht der Eindruck?
Es wird in den Ausschüssen sehr stark miteinander gearbeitet. Es macht sich bezahlt, dass man die Opposition stark in die Ideenfindung und Umsetzung involviert.

Wie schaut es mit dem Freibad aus?
Das Bad wird von der PKomm umgesetzt, der Gemeinderat hat entsprechende Beschlüsse gefasst, es sollte planmäßig im Jahr 2017 fertiggestellt sein.

Braucht jede Gemeinde ein eigens Freibad?
Ab einer gewissen Größe sollte man diese Infrastruktur schon anbieten, weil sich vielleicht nicht jeder einen Urlaub leisten kann und dann ist es doch schön, wenn man im eigene Ort ins Bad gehen kann. Was man aber schon sagen muss ist, dass es keine Gemeinde gibt, wo ein Bad positiv bilanziert. Das ist etwas, das man der Bevölkerung anbietet als Infrastrukturleistung. Durch die Verflechtung mit Tullnerbach und Wolfsgraben wurde unser Bad auch von Bürgern dieser Gemeinden stark benutzt.

In Pressbaum gibt es eine regelrechte Wohnbauoffensive. Was ist der Grund dafür?
Wir haben einige Grundstücke geerbt, zum Beispiel eines in der Friedhofstraße. Das Grundstück wollen wir für leistbares Wohnen zur Verfügung stellen. Dies würde bedeuten, dass wir das Grundstück einer Genossenschaft gratis anbieten und diese dann Wohnungen errichtet. Es geht darum, dass vor allem junge Pressbaumer hier auch bleiben können. Insgesamt wollen wir 400 neue Wohnungen errichten.

Der starke Zuzug bedingt dann auch Investitionen in die städtische Infrastruktur. Wie kann man das schnellstmöglich zur Verfügung stellen?
Vonseiten der Stadtgemeinde haben wir in den letzten Jahren vermehrt in die Infrastruktur investiert. Sei es Wasser und Kanal, sei es Schulausbau für die Nachmittagsbetreuung und Ausbaus des Kindergartens. Der war übrigens damals der größte von ganz Österreich und der ist jetzt auch schon wieder voll. Der entsprechende Ausschuss plant aber bereits die Errichtung eines weiteren Kindergartens, um für den Zuzug gerüstet zu sein.

Bezüglich der Attraktivierung des Ortszentrums wurde ein Studentenprojekt ins Leben gerufen. Wird daran gedacht, dieses in die Realität umzusetzen?
Wir arbeiten daran. Ziel sollte es sein, laut diesem Projekt, ein geschlossenes Ortszentrum zu schaffen, so wie es Purkersdorf hat. Schlögl hat gesagt, dass es bei ihnen einen enormen Schub bedeutet hat, wie dieser Platz im Ortszentrum geschaffen wurde. Das streben wir auch an. Durch die Tallage hat man nicht mehr allzu viele Möglichkeiten. Jetzt wird abgeklärt, was noch möglich ist. Es wird dann zu einer Umsetzungsphase kommen und diese wird unter starker Einbindung der Bürger erfolgen.