Erstellt am 20. April 2016, 05:04

von Martin Gruber-Dorninger

Sonnenbus zu teuer?. Christoph Angerer kritisiert sorglosen Umgang mit Geld. Bürgermeister Karl Schlögl will Senioren Reise weiterhin ermöglichen.

Bürgermeister Karl Schlögl: »Sozial schwächer gestellte Personen dürfen ohnehin gratis mitfahren. Nur werden wir das nicht offiziell bekannt geben und diese Personen öffentlich diffamieren.«  |  NOEN, zVg
Seit Jahr und Tag ist es in Purkersdorf Tradition, dass an einem Sommertag im Jahr die Pensionisten eine kleine Reise tun. Dies nennt sich Purkersdorfer „Sonnenbus“. Für die Stadtgemeinde entstehen dabei laut NEOS-Gemeinderat Christoph Angerer 18.000 Euro an Kosten. „Zu viel“, wie Angerer meint.

Nach Schloss Hof soll der Sonnenbus heuer fahren, mit Führungen, einem Mittagessen und einem gemütlichen Nachmittag. Unkostenbeitrag: zehn Euro pro Person. Eingeladen sind Purkersdorfer ab dem Jahrgang 1950. „Es ist nicht einzusehen, dass wir in Zeiten unglaublicher Gemeindeschulden so viel Geld für eine Vergnügungsreise ausgeben“, kritisiert Angerer. In der letzten Gemeinderatssitzung wurde von ihm auch beantragt, im Sozialausschuss noch einmal darüber zu reden.

„Der Unkostenbeitrag sollte für jene, die es sich leisten können, erhöht werden. Senioren, denen es finanziell nicht so gut geht, sollen natürlich gratis mitfahren können“, konkretisiert Angerer. Der Antrag wurde in der Gemeinderatssitzung von allen Fraktionen mit Ausnahme der NEOS abgelehnt.

Schlögl will sich bei Älteren bedanken

Bürgermeister Karl Schlögl kontert: „Sozial schwächer gestellte Personen dürfen ohnehin gratis mitfahren. Nur werden wir das nicht offiziell bekannt geben und diese Personen öffentlich diffamieren.“ Außerdem sei dies eine Gelegenheit, der älteren Generation „Danke“ zu sagen, so Schlögl.

Angerer wünscht sich hingegen Ausgaben, die nachhaltiger wirken: „Es geht nicht darum, Alt gegen Jung auszuspielen. Aber für 18.000 Euro kann die Stadtgemeinde eine Kindergartenhelferin ein Jahr lang halbtags einstellen“, kritisiert Angerer und weiter: „Leider zählt bei den Regierenden in Purkersdorf zu oft der schnelle Effekt anstatt die langfristige Perspektive.“

Fast 400 Menschen nahmen das Angebot der Stadtgemeinde in den letzten Jahren wahr. Ähnlich viele werden es auch heuer sein. Die Subvention durch die Stadt Purkersdorf wurde jedenfalls mit den Stimmen von SPÖ, ÖVP, FPÖ und LIB&G mehrheitlich beschlossen. Angerer will hingegen noch nicht aufgeben und hat einen konkreten Vorschlag für die Zukunft: „Wir sollten uns beim Budget ganz genau anschauen, wo kommende Generationen sinnlos belastet werden. Bei allen Budgetbeschlüssen braucht es eine Art ,Enkelcheck’, der genau das sicherstellt.“