Erstellt am 27. Januar 2016, 05:58

von Martin Gruber-Dorninger

Sorge wegen U4-Sanierung. ÖVP Purkersdorf befürchtet Verkehrschaos und fordert P&R-Ausbau im Gemeindegebiet Purkersdorfs. Karl Schlögl mit Initiative bei Gesprächen zu U4-Ausbau.

Die U4 wird saniert. Dies dürfte auch eine große Auswirkung auf die Verkehrssituation für die Purkersdorfer haben: Staus in der Westeinfahrt sind vorprogrammiert. Die ÖVP fordert mehr Park & Ride Stellplätze für Pendler im Gemeindegebiet.  |  NOEN, shutterstock/Radu Bercan

Wie die NÖN bereits in der Vorwoche berichtete, wird die U4 ab April bis Anfang September auf der Strecke Hütteldorf bis Hietzing saniert. Die ÖVP Purkersdorf fürchtet gravierende Einschränkungen für die Pendler in dieser Zeit.

„Diese Sanierung ist schon dringend notwendig. Auf der Strecke der U4 wurde schon jahrzehntelang nichts mehr gemacht“, erklärt Purkersdorfs Bürgermeister Karl Schlögl. Er befürchtet auch Einschränkungen für die Purkersdorfer. „Es wäre jedoch wünschenswert, dass in dieser Zeit eine höhere Vertaktung der S-Bahn erfolgt. Ich fürchte aber, dass dies nicht geschieht“, so Schlögl. Stattdessen werden die Wiener Linien einen Schienenersatzverkehrsbus anbieten.

Dies hat natürlich Auswirkungen auf den Autoverkehr, denn auf einer der beiden Spuren der Westeinfahrt soll alle zweieinhalb Minuten ein Bus verkehren, so die ÖVP-Purkersdorf in einer Aussendung. „Ein Verkehrschaos mit Stau zurück auf die Autobahn ist daher schon jetzt vorprogrammiert“, schlagen ÖVP-Purkersdorf-Chef Andreas Kirnberger und Verkehrssprecher Florian Liehr Alarm.

Park & Ride-Plätz sind bereits jetzt Mangelware

Sie vermuten auch, dass Purkersdorf davon am stärksten betroffen sein könnte – durch Purkersdorfer selbst und Pendler, die in der Stadt auf Öffis umsteigen wollen. Eine Knappheit an P&R-Stellplätzen sei vorprogrammiert. „Wir müssen daher schnellstens darauf reagieren und prüfen, ob Stellplätze zumindest provisorisch auf Purkersdorfer Gemeindegebiet eingerichtet werden können“, fordert die VP. Die P&R-Kapazitäten seien bereits jetzt am Limit. „Die Stadt nimmt bewusst in Kauf, dass Einkäufer und Arbeitnehmer auf der für Pendler vorgesehenen P&R-Anlage parken“, so die VP.

„Ein Verkehrschaos mit Stau zurück auf die Autobahn ist bereits vorprogrammiert.“ Andreas Kirnberger und Florian Liehr, VP Purkersdorf

Die Sanierung der U4 ruft auch wieder die Initiative für einen Ausbau bis nach Purkersdorf auf den Plan. „Es wird demnächst wieder ein Treffen des Bezirksvorstehers des 13. Wiener Bezirks, mir und auf der anderen Seite NÖ Landesrat Karl Wilfing und der Wiener Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou geben“, erhofft sich Schlögl eine Annäherung. Außerdem sieht er in der Sanierung einen ersten Schritt in Richtung Verlängerung der U-Bahnlinie.