Erstellt am 29. Oktober 2015, 05:12

von Jacqueline Kacetl

"Stoßen an die Grenzen". Bis zu 23 Asylwerber sollen in einem privaten Wohnhaus an der Linzerstraße unterkommen. Bürgermeister Cech (ÖVP) lehnte Überschreitung der Aufnahmequote ab. GABLITZ / 

Bereits eine Infoveranstaltung zum Thema Flüchtlinge wurde im Gemeindeamt abgehalten. Diesen Freitag diskutieren die Gemeindevertreter mit den Besuchern in der Festhalle.  |  NOEN, Kacetl

Schon die erste Informationsveranstaltung zum Thema "Flüchtlinge in Gablitz“ sorgte für überwältigendes Interesse und dichtes Gedränge im Sitzungssaal des Gemeindeamts. Um allen Besuchern Platz zu bieten, veranstaltet die Gemeinde am Freitag, den 30. Oktober einen zweiten Infoabend in der Festhalle (Beginn: 19 Uhr).

Bis zu 23 Asylwerber in privatem Wohnhaus

 

Es gehe darum, für „Transparenz und offene Information“ zu sorgen, um „auch mit den berechtigten Bedenken umzugehen“, sagt Bürgermeister Michael Cech (ÖVP), der im ständigen Kontakt mit der Flüchtlingskoordination des Landes Niederösterreich steht. Derzeit leben neun geflüchtete Syrer, die von freiwilligen Helfern Deutschunterricht erhalten, in einer Wohnung im Gablitzer Bauhof. Nach Angaben der Gemeinde hat eine Gablitzer Familie einen Syrer mit seinem Sohn aufgenommen.

Von Landesseite ist geplant, dass ab Anfang November bis zu 23 Asylwerber in einem privaten Wohnhaus in der Linzerstraße 63 untergebracht werden sollen. Wieviele Menschen dort Platz finden werden, sei jedoch noch unklar, sagt Cech. „Laut Land NÖ hängt es vor allem vom aktuellen Bedarf des Flüchtlingslagers Traiskirchen ab.“ Weiters habe sich Cech „in Gesprächen darum bemüht, dass Familien nach Gablitz kommen“. Das sei jedoch nicht geglückt: „Nachdem die Hausbesitzer ganz bewusst Männer aufnehmen wollen und auch das Land sagt, dass die Anzahl der alleinreisenden Männer sehr hoch ist, kann ich leider nicht mehr viel tun.“

Bürgermeister Cech: "Die Sorgen sind groß"


Angesichts des hohen Anteils männlicher Flüchtlinge ortet der Ortschef bereits jetzt „größte Sorgen in der Bevölkerung“.

Einer Aufnahme von weiteren 60 Flüchtlingen im Hotel Hohnecker stimmte Cech nicht zu. Laut Bürgermeister wird damit die für die Gemeinde verpflichtende Aufnahmequote von zwei Prozent überschritten, für die seine Zustimmung vonnöten ist. „Unter Berücksichtigung der bisher geplanten Flüchtlinge wären nur noch 41 zusätzliche Plätze im Hotel Hohnecker möglich.“ Bis Freitag werde eine Entscheidung der Hotelbetreiber erwartet.

Es gehe darum, „die positive Stimmung zu erhalten und Konflikte zu vermeiden“. Eine über die gesetzliche Quote hinausgehende Aufnahme von Asylwerbern würde die Gemeinde mit der Bereitstellung von Integrationsangeboten überfordern. Cech: „Wir würden sonst an die Belastungsgrenze kommen.“