Erstellt am 21. Oktober 2015, 05:02

von Christoph Hornstein

Suche nach einer Lösung. Für Kirchbesucher wird Parkraum geschaffen, Wünsche der Anrainer bleiben aber ungehört.

Auch am Montag verparkt: die Parkplätze für die Besucher des Gottesdienst der Evangelischen Pfarrkirche  |  NOEN, Jaksch

Die Wintergasse in Purkersdorf ist eine Sackgasse, etwa 2,3 Kilometer lang, sehr eng, wird durch Anrainer stark befahren und steht in der Verwaltung des Landes NÖ. Für viele Anrainer herrschen dort nicht zufriedenstellende Verkehrs- und Parkverhältnisse.

Besonders die Gefährdung der Kinder des eher am Ende der Straße gelegenen Kindergartens brachte viele Beschwerde führende Purkersdorfer ins Rathaus. Bürgermeister Karl Schlögl wollte dem mit Sicherheitsvorkehrungen Rechnung tragen. Das wurde aber von der Bezirkshauptmannschaft abgelehnt. Ein Parkplatz für die Besucher des Gottesdienstes in der Evangelischen Kirche wurde aber genehmigt. „Das ist für mich völlig unverständlich“, so Schlögl.

„Falschparker“ nutzen Ausnahmereglung

Jeden zweiten Sonntag von 9 bis 13 Uhr, an Feiertagen und zu Weihnachten wurden von der zuständigen Behörde Parkplätze für die Besucher der Evangelischen Kirche von der Verkehrsbehörde genehmigt. Sie sind auch mit Bodenmarkierungen gekennzeichnet. Dafür wird eine Fahrspur der Wintergasse in diesem Bereich geopfert. Die Folge dieser neuen Einrichtung ist allerdings, dass sich „Falschparker“ dieser Abstellmöglichkeit illegal bedienen und die Wintergasse daher noch schlechter zu passieren ist.


Auf der anderen Seite lehnte die Verkehrsbehörde den Wunsch von Bürgermeister Karl Schlögl ab. Er beantragte eine durchgehende 30-Stundenkilometer-Beschränkung – abgelehnt, eine 30er-Beschränkung im Bereich des Kindergartens – abgelehnt, und einen Zebarastreifen beim Kindergarten – abgelehnt.
„Man soll mich nicht falsch verstehen“, so Bürgermeister Schlögl, „im Prinzip gibt es zur neuen Parkregelung von meiner Seite her keine Einwände. Ich gebe nur zu bedenken, dass sich die neuen Bodenmarkierungen sehr nahe an Einfahrten befinden und Autofahrer verleitet werden, auch in den nicht genehmigten Zeiten die Parkflächen zu benützen.“

Für Schlögl wird dadurch die Verkehrssicherheit verringert, Anrainer werden verärgert. Dass im Gegensatz dazu Forderungen zur Sicherheit der Kindergartenkinder in der Wintergasse nicht genehmigt wurden, ist Schlögl nicht klar. Er fordert daher eine neue Verkehrsverhandlung, um „gemeinsam mit den Anrainern und der Evangelischen Kirche eine befriedigende Lösung zu finden.“

Pfarrer Kreuz sucht das Gespräch

Der Evangelische Pfarrer Dietmar Kreuz will alles, nur keine Aufregung um die Parkplätze. „Die Flächen sind von der Bezirkshauptmannschaft bewilligt, und es geht ja auch nur um ein paar Stunden im Monat“, so Pfarrer Kreuz. Die Parkplätze stünden dann natürlich nicht nur Gottesdienstbesuchern, sondern allen Autofahrern zur Verfügung. Der Kirche war das ein Anliegen, weil es „weit und breit keine Parkplätze an Sonn- und Feiertagen gibt.“

Pfarrer Kreuz sucht das Gespräch und hat mit Bürgermeister Karl Schlögl auch schon einen Gesprächstermin vereinbart. Außerdem werden falsch parkende Autolenker in Zukunft mit einem Zettel auf der Windschutzscheibe höflich darauf aufmerksam gemacht, dass sie sich im Parkverbot befänden. „Ich bitte alle, die durch die neue Sachlage irritiert sind, sich an die Pfarre zu wenden.“

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