Erstellt am 09. Mai 2016, 15:04

von Marlene Trenker

Tour zu den Bienen. Ein paar Minuten zu Fuß über die Neugasse hinauf, und schon bietet sich ein vielfältiges und lehrreiches Naturschauspiel.

Imker Benno Karner, Fremdenverkehrs-Stadtrat Harald Wolkerstorfer und Biosphärenpark-Botschafter Gerhard Stoschka (v. l.) auf der Feihlerhöhe.  |  NOEN, Trenker

Die Feihlerhöhe gehört zu einem der beliebtesten Aussflugsziele in der Stadtgemeinde, nicht nur wegen der hervorragenden Aussicht über Purkersdorf, es gibt auch einiges über die Natur zu erfahren. Seit Anfang Mai bis Ende Juli informiert Imker Benno Karner über seine Bienenvölker bei der „Bienentour“.

Seit vier Jahren leben Karners Bienen auf einem der höchsten Punkten Purkersdorfs. „Jeden Samstag kommen einige Menschen zum ‚Bienen schauen‘“, freut sich Karner, dass sich sein offener Bienenstock am Samstag gut eingespielt hat.

Als Teil des „Drei-Blicke-Wegs“ ist die Feihlerhöhe nicht nur durch die Bienenstöcke ein Tourismus-Faktor. Die Feilehrhöhe ist der „Weitblick“, der Naturpark ist der „Ausblick“ und die Rudolfshöhe stellt den „Darüberblick“ dar.

Für die Bienen ist die Wiese mit allen ihren Blüten am wichtigsten. Deswegen ist die Frage des Mähens immer eine heikle. Einerseits brauchen die Bienen die Wiese andererseits muss sie gemäht werden, damit das Gras nicht zu hoch wird.

„Es wird zwei bis drei Mal im Jahr gemäht. Wenn wir das nicht tun, wird es immer schwieriger zu mähen“, erklärt Stadtrat Harald Wolkerstorfer. Gräser und Kräuter haben unterschiedliches Wachstum. Pflanzen stellen sich genetische darauf ein, wann sie gemäht werden.

Da es sich um eine Magerwiese handelt, darf das Gras nicht liegen bleiben. „Sonst kommt es zu einer Übersäuerung“, so Wolkerstorfer.

Nachhaltigkeit beim Heu

Das Heu, das dadurch entsteht, wird im Naturpark als Futter für die Tiere verwendet. „So wird der ökologische Kreislauf gewahrt und auf Nachhaltigkeit geachtet“, spricht Wolkerstorfer den Umweltfaktor der Feihlerhöhe an.

Benno Karner ist der Gemeinde dankbar, dass so ein Projekt auf die Beine gestellt werden konnte. „Es ist nicht überall üblich, das Bienen so öffentlich besichtigt werden können.

Das ist wichtig für das Naherholungsthema“, sagt Karner. Bienen aus direkter Nähe zu sehen ist auch ein Bildungsthema.

Besonders für Schüler ist das ein offener Bienenstock von Vorteil, denn sie können Bienen hautnah miterleben und nicht nur zur Theorie aus dem Biologiebuch“. Insgesamt haben sich 18 Schulklassen für die heurige Saison auf der Feihlerhöhe angekündigt.

„Bei einer Klasse war ich bereits im Winter und habe ihnen über die Bienen erzählt. Im Mai kommen sie dann zu mir“, freut sich Karner bereits auf die Reaktionen der Kinder.

Die Entwicklung der Feihlerhöhe ist noch lange nicht am Ende angelangt. Im Westen wird eine Streuobstwiese gepflanzt und im Herbst dieses Jahres wird auf der Wiese eine Beerenhecke entstehen.
 


Infos

  • Feihlerhöhe: Reaktivierte Streuobstwiese über dem Zentrum von Purkersdorf mit teilweise altem Obstbaumbestand, naturbelassener Blumenwiese als Lebensraum für Insekten und Bienenstöcken.
  • Bienenstöcke: Es handelt sich hierbei um bisher vier Völker der heimischen Honigbiene der Rasse Apis mellifica carnica, die zur Spitzenzeit der Bienensaison – Mitte bis Ende Juni – jeweils vierzig- bis sechzigtausend Bienen beherbergen.
  • Der offene Bienenstock: Dieser findet ab dem 4. Juni jeden Samstag von 13 bis 15 Uhr bei den Bienenstöcken auf der Feihlerhöhe statt.
  • Bienentouren: das sind individuell zu vereinbarende „Bienenführungen“ für Gruppen ab 10 Personen jeden Alters. Die ganze Bienentour dauert in der Regel zwischen 1 - 1,5 Stunden.